Lokalsport

Zürich ade – Unger hakt die Saison ab

Rückkehr des 31-Jährigen auf die 200-m-Strecke

Bei der Europameisterschaft gewann die deutsche 4 x 100 m-Staffel mit Tobias Unger Bronze und zählt mit ihrer Zeit von 38,44 Sekunden zu den fünf besten Staffeln der Welt. Doch beim Meeting in Zürich am 19. August wird das DSV-Quartett fehlen – eine herbe Enttäuschung für den Kirchheimer, der die Saison vorzeitig beendete.

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klaus schlütter

Zürich/Kirchheim. Unmittelbar nach der EM wollte Sprint-Bundestrainer Claus Jakobs die deutsche Staffel eigentlich für das Meeting in Zürich anmelden. Doch da waren die Würfel schon gegen die Deutschen gefallen: Der Veranstalter beschied dem überraschten Jakobs, dass das Staffelfeld bereits komplett sei. Unter den Startern finden sich Kanada, Holland und die Schweiz, die weitaus schwächer einzustufen sind als Unger und Co.

Die Angelegenheit hat ein Geschmäckle, doch was auf den ersten Blick unverständlich erscheint, hat sich Bundestrainer Jakobs offenbar selber zuzuschreiben. Rückblende, Zürich 2009: Damals gab es wegen der Bahnverteilung mächtig Ärger, und eine Aussage des deutschen Trainers machte bald die Runde: „Nie mehr nach Zürich.“ – „Daran haben wir uns gehalten und die deutsche Staffel deshalb nicht eingeplant“, teilte Veranstalter-Pressechefin Janine Geigele auf Anfrage mit.

„Das ist sehr, sehr schade“, bedauert Tobias Unger die Absage. „Zürich ist für mich das schönste Meeting überhaupt. Es wäre noch einmal ein abschließendes Highlight gewesen, im Letzigrund gegen die weltbesten Staffeln zu laufen. Vielleicht hätten wir uns im Sog von USA und Jamaika noch einmal steigern können.“ Für den 31-jährigen Kirchheimer ist die Freiluftsaison damit beendet. Freiwillig verzichtet er auf einen Start beim ISTAF im Berlin am 21./22. August, wo kein Staffelwettbewerb angeboten wird und er über 100 Meter nur im B-Lauf starten sollte. Unger: „Ich gehe jetzt schon in die Pause und mache lieber einen längeren Aufbau für die nächste Saison.“

Im kommenden Jahr will Unger neben der Staffel wieder vermehrt auf die 200 Meter setzen. „Das ist meine Strecke, da habe ich international größere Chancen“, sagt er. Die 100 Meter sei er wegen seiner Achillessehnenprobleme nur notgedrungen gelaufen. Weil er dieses Jahr verletzungsfrei durchgekommen ist, bedeuten die 200 Meter offenbar kein Risiko mehr für seinen Fuß. Unger: „Ich würde die Strecke schon gerne ein- oder zweimal in der Halle laufen. Aber das muss ich erst noch mit Trainer Micky Corucle absprechen.“