Lokalsport

Zum Rückrundenstart in der Rolle des Jägers

Die Vorrunde ist abgehakt. Start frei für die Rückrunde in der Tischtennis-Bundesliga. Am Sonntag (16.30 Uhr) empfängt der TTC Frickenhausen die SIG Jülich/Hoengen in der Sporthalle auf dem Berg. Ein Team, mit dem die Mannschaft von Trainer Jian Xin Qiu noch eine Rechnung offen hat.

OLAF NÄGELE

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Die Einschätzungen der beiden Kontrahenten hätten vor der Saison nicht gegensätzlicher sein können. Der TTC gehörte in Expertenkreisen zu den Top-Favoriten im Kampf um die Play-Off-Plätze. Dem Team aus Jülich wurde maximal der Klassenerhalt zugestanden. Selbst deren Manager Arnold Begin äußerte sich auf die Frage nach dem Ziel seiner Mannschaft zurückhaltend: Sie trete nur an, um die Großen zu ärgern.

Zieht man nach Abschluss der Vorrunde Bilanz, ist den Jülichern dies gelungen. Gönnern und Düsseldorf mussten jeweils einen Zähler abgeben und der TTC wurde punktlos nach Hause geschickt. Das neu zusammengestellte Doppel Lundquist/ Wosik kam nicht ins Spiel, Wosik musste auf Grund einer Hüftverletzung seine Einzel absagen, Lundquist und Tokic blieben hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Ma erfüllte die Hoffnungen.

Der Stachel der Niederlage sitzt auch heute noch tief. "Diese zwei Punkte sind es, die uns fehlen", sagt TTC-Präsident Wohlhaupter-Hermann. Ein Blick auf die Tabelle gibt ihm Recht: Mit einem Zähler Rückstand auf einen Play-Off-Platz steht der TTC derzeit auf Platz sechs. Addiert man zwei Punkte hinzu, wäre das Täles-Team unter den ersten drei. Doch was nützen Rechenbeispiele, wenn die Realität ganz anders aussieht. Deshalb ist am Sonntag nicht nur Revanche angesagt, sondern muss auch der Startschuss für die Aufholjagd fallen.

Die Chancen, dass dies auch gelingt, stehen nicht schlecht: Das Erfolgsduo Lundquist/Wosik hat seit Jülich kein Spiel mehr verloren, Ma gewann an Konstanz, Lundquist konnte in den letzten Begegnungen an seine alte Form anknüpfen, Wosik ist wieder fit und Tokic entwickelt sich immer mehr zum Punktegarant. Derzeit hält er die zweitbeste Einzelbilanz am hinteren Paarkreuz. Nur drei Niederlagen musste der Slowene in der Vorrunde hinnehmen, allein zwei davon gegen Jülichs Keinath und Klasek. "Es waren seine ersten Spiele in der Bundesliga und Bojan war sehr nervös", nimmt Trainer Qiu seine Nummer vier in Schutz. Inzwischen habe er an Selbstvertrauen gewonnen und werde mit Sicherheit punkten die Motivation dürfte jedenfalls gegeben sein. Dennoch warnt Qiu davor, den Gegner zu unterschätzen. "Jülich hat eine starke Mannschaft und ist unberechenbar. Wir werden uns sehr genau auf das Spiel vorbereiten." Hierzu dienen die Videoaufzeichnungen aus der Vorrunde. Alles andere sei eine Sache der Einstellung. "Wenn wir genauso kämpferisch in die Partie gehen wie gegen Plüderhausen, werden wir gewinnen", ist sich der Coach sicher. Dem kann Manager Reuhl nur zustimmen: "Wir wissen, wie schwer Jülich zu spielen ist, aber wir haben bei unserem Publikum etwas gut zu machen."

Ein Sieg am Sonntag wäre da sicherlich ein guter Anfang, danach ruht das Bundesliga-Geschehen für den TTC bis zum Januar. Je nach Abschneiden der Konkurrenz wäre es möglich, dass die Mannschaft aus Frickenhausen die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel auf einem der Play-Off-Ränge erlebt. Allzu viel Bedeutung misst der Trainer diesem Umstand nicht bei: "Es ist nicht wichtig, auf welchem Platz wir zu Weihnachten stehen, sondern, dass wir am Ende der Saison die Play-Off-Runde erreichen."