Lokalsport

Zur Topspeed braucht‘s keinen Jumbo

Hahnweide: Der Bückeburger Reinhard Schramme hat in der 18-m-Klasse das richtige Näschen

Um schnell unterwegs zu sein braucht der Bückeburger Reinhard Schramme nicht immer die vier Triebwerke seines Jumbos. Beim internationalen Kirchheimer Hahnweid-Wettbewerb reichten dem Berufspiloten und Sebastian Huhmann (Hamburg) – beide kooperieren während der Flüge – gutes Gespür für die Wetterentwicklung und etwas Glück.

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Kirchheim. Reinhard Schramme und Sebastian Huhmann waren am Sonntag gegen halb fünf ungewöhnlich spät abgeflogen und fanden vor dem Hohenzollern sehr starke Thermik mit Steigen von sechs Metern pro Sekunde. Die Wettergunst brachte die beiden 18-m-Klasse-Piloten auf die höchste zugelassene Flughöhe von 2 850 Metern. Vom Hohenzollern ging es mit dieser Höhe dann bequem über Heidenheim zurück zur Hahnweide. Mit 124 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit waren beide damit überdurchschnittlich schnell unterwegs – um 21 km/h schneller als die Konkurrenz.

Nach zwei Flugtagen führt Schramme das Gesamtklassement der 18-m-Klasse nun an. Nur Letzter und 41. im Ranking ist indes Fliegerfreund Huhmann: Noch während des schnellen Fluges streikte bei ihm das Dokumentationssystem, sodass er ohne die für die Wertung notwendigen Belege ankam und deswegen kaum Punkte kassierte. Unglück im (Flug-)Glück.

Fest in der Hand der ausländischen Gäste sind derzeit die Doppelsitzerklasse und die Rennklasse. Bei den Doppelsitzern gewannen Joseph und Eric Bocciarelli vom französischen Partnerverein Pont St. Vincent. In der Rennklasse führt Jean-Luc Colson vom Aeroclub des Ardennes aus Belgien souverän.

Die von Westen herannahende schwache Kaltfront, die am Sonntag die schnellen Flüge ermöglicht hat, hat(te) freilich eine Kehrseite: Sie führte auch feuchtere Luft heran und verurteilte die Piloten segelfliegerisch am Montag zur Untätigkeit. Starke Bewölkung verhinderte Sonneneinstrahlung und damit die Entwicklung von Thermik. Zwar zeichnete sich gestern zunächst ein Hoffnungsschimmer ab, der lag aber im Bereich des Stuttgarter Flughafens und damit im für die Segelflieger gesperrten Luftraum. Letztendlich bedeutete dies, dass alle Maschinen auf der Hahnweide am Boden blieben. rr