Lokalsport

Zurück zu alter Stärke und zur Spitze

Dank des eigenen 81:73-Sieges und der gleichzeitigen Niederlage des Teams aus Essen sind die Kirchheim Knights wieder Tabellenfüher der zweiten Liga Pro B. Dazwischen lag jedoch ein hartes Spiel beim RSV Eintracht Stahnsdorf, das nur aufgrund einer konsequent kämpferischen Leistung gewonnen werden konnte.

STAHNSDORF Die Reisestrapazen der zweitägigen, über 700 Kilometer langen Anfahrt waren den Knights kaum anzumerken. Konzentriert in der Abwehr und mit schnellen Fastbreaks versuchten die Kirchheimer die Anweisungen von Trainer Pat Elzie umzusetzen. Ziel: den Tabellensechsten gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Dies gelang zunächst auch sehr überzeugend. Mit 24:11 ging das erste Viertel an engagierte Knights, die Stahnsdorfer hatten bis dahin kaum Zeit zum Luftholen und dies ohne David McCray, dessen Ermüdungsbruch vor zwei Wochen noch nicht ausgeheilt war, und ohne Centerhüne Andy Hornig, der zwar mitgereist war, dessen fiebrige Erkältung aber ebenfalls keinen Einsatz zuließ. Auch Paul Howard war durch eine Erkältung angeschlagen, biss sich aber durch.

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Wer zu Beginn des zweiten Viertels dachte, das Spiel wäre bereits entscheiden, sah sich getäuscht. Zunächst erwiesen sich die Knights zwar noch als das klar dominierende Team, doch dann kam Stahnsdorf zurück. Binnen zwei Minuten war der komfortable Vorsprung verspielt. Haarsträubende Knights-Ballverluste in dieser Phase machten es den Gastgebern allerdings auch viel zu leicht, zum 32:37-Zwischenstand zu verkürzen. Die Freiwürfe wurden ebenfalls nicht konsequent genutzt (nur sechs von 13 fanden in der ersten Halbzeit ins Ziel) schon war das Spiel wieder offen. Ganz stark in der Schlussphase der ersten Hälfte waren jedoch Tim Burnette und Gordon Scott, die mit wichtigen Zählern dagegen hielten und dafür sorgten, dass die Knights zur Halbzeit zwar knapp, aber verdient 41:34 führten.

Apropos Gordon Scott: Der Neuzugang aus Ludwigsburg deutete im ersten Spiel für die Knights an, was für eine große Verstärkung er sein kann. Insgesamt 16 Punkte und eine sehr gute Abwehrleistung machten ihn auf Anhieb zu einem der besten Spieler auf dem Parkett. Obwohl er zu Beginn etwas Probleme hatte, wurde seine Leistung von Minute zu Minute besser.

In der zweiten Halbzeit mussten die Knights zunächst dem schnellen Spiel der ersten Hälfte Tribut zollen. Vor allem unter dem eigenen Korb wurde Andy Hornig trotz der starken Vorstellung von Sascha Kesselring schmerzlich vermisst und Stahnsdorf kam zu vielen zweiten Chancen: Insgesamt 15 Offensivrebounds für die Brandenburger sprachen eine deutliche Sprache. Stahnsdorfs beste Topscorer der laufenden Saison, Joe Deister und Seth Engelken, fanden jetzt immer besser ins Spiel und sorgten für einen zwischenzeitlichen 46:43-Vorsprung der Heimmannschaft. Dies sollte aber die letzte Führung sein, denn die Knights nahmen das Geschehen auf dem Spielfeld wieder in die Hand und sorgten zum Ende des dritten Viertels wieder für eine 58:54-Führung.

Zu Beginn des letzten Spielabschnitts agierten die Teckstädter noch einmal ähnlich konzentriert wie zu Beginn. Durch Punkte von Gordon Scott und Youngster Kevin Wysocki wurde bis zur 34. Minute ein scheinbar sicherer Zehn-Punkte-Vorsprung herausgearbeitet (67:57). Danach allerdings leisteten sich die Knights abermals eine völlig unerklärliche Tiefschlafphase mit leichtfertigen Ballverlusten: Stahnsdorf kämpfte sich noch einmal heran (67:69, 37.) und durfte ein letztes Mal Morgenluft wittern. Doch dann vergab Deister mit zwei verworfenen Freiwürfen die Ausgleichschance für die Heimmannschaft. Ein erfolgreicher Kranz-Dreier und ein krachender Dunking von Gordon Scott nach Ballgewinn brachen daraufhin den letzten Widerstand die Knights konnten schließlich den verdienten 81:83-Erfolg feiern.

"Heute hat unsere kämpferische Einstellung das Spiel entschieden. Die Stahnsdorfer waren sichtlich überrascht von dem hohen Tempo, das wir angeschlagen haben", sagte Teammanager Volker Oesterle. "Der Gegner wurde regelrecht müde gespielt und die entscheidenden Situationen gehörten am Ende uns. Ohne Gordon Scott hätten wir die Partie heute nicht gewonnen. Jetzt sind wir wieder dick im Geschäft." Als dann noch die Mitteilung der Niederlage des direkten Konkurrenten Essen die Runde machte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr: die Knights sind wieder Tabellenführer der Pro B, punktgleich mit Freiburg.

Bedanken konnten sich die Knights auch bei ihren Fans: über 100 Schlachtenbummler unterstützten das Team in Stahnsdorf. Mit dem Auto und mit dem Flieger waren sie angereist, um die Mannschaft zu unterstützen. Jetzt heißt es erst einmal Wunden lecken und Verletzungen sowie Krankheiten auskurieren. Die Verantwortlichen der Knights hoffen, dass sich das Team dann zum Heimdebüt von Neuzugang Gordon Scott am kommenden Samstag gegen Wolfenbüttel seit langer Zeit wieder einmal komplett präsentieren kann.

kni

Statistik

VfL Kirchheim Knights:

Kranz 8 Punkte, Burnette 22, Wysocki 13, Lenger 2, Peter Klemm, Howard 3, Scott 16, Thomas Klemm10, Kesselring 7RSV Eintracht Stahnsdorf:

Deister 17, Lück 2, Ndi 10, Weise 12, Schmohl 9, Krajewski 2, Engelken 21Dreier:

Kirchheim: 9 Stahnsdorf: 6, Rebounds:

36:42, Ballverluste:

20:21, Assists:

4:14, Ballgewinne:

10:13