Lokalsport

Zwei Brüderzum Billigtarif

Verstärkung für die Kirchheimer Verbandsliga-Fußballer: Kurz vor Ende der offiziellen Transferfrist wurde das Brüderpaar Feriz (21) und Alban (19) Meha verpflichtet. Die beiden Kosova-Albaner sind ab sofort spielberechtigt.

THOMAS PFEIFFER

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KIRCHHEIM Gute Nachricht für die bei der 0:4-Klatsche in Ravensburg verzweifelten VfL-Fans: Die marode Kirchheimer Offensivabteilung wird mit sofortiger Wirkung verstärkt. Feriz Meha (Angreifer/zuletzt TSV Rohr) und Alban Meha (Mittelfeld/Stuttgarter Kickers Junioren) heißen die beiden neuen Hoffnungsträger, die zu mehr taugen sollen als zu biederen Ergänzungsspielern. "Beiden traue ich den schnellen Durchbruch in unserer ersten Mannschaft zu", sagt der Sportliche Leiter Norbert Krumm. Das Beste freilich: Das Brüderpaar ist nicht nur ballgewandt, sondern auch billig. "Bei Feriz und Alban sowie deren Spielerberatern gab es keinerlei überzogene Finanzforderungen. Beide passen genau in unseren Finanzrahmen", so Krumm, der bei der entscheidenden Gesprächsrunde zu Wochenbeginn neben VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz, Trainer Michael Rentschler und Hauptsponsor Frank Sommer am Tisch saß.

Zwei fußballerisch talentierte Brüder zum Schnäppchenpreis bei den Blauen reiben sie sich die Hände. Besonders Feriz Meha weckt recht hohe Erwartungen: Jung, schnell, beidfüßig und torgefährlich ist der Mann. Und stolzer Besitzer einer frisch polierten Torkanone: In der Bezirksliga Stuttgart wurde Feriz Meha nach 34 Saisontreffern 2004/05 offiziell zum Torschützenkönig gekrönt. Danach drangen Mehas "Bomber"-Qualitäten sogar bis ins Internetforum des SC Pfullendorf durch. Doch jener umsichtige SCP-Fan forderte den Transfer des technisch versierten Kosova-Albaners zur Behebung der derzeitigen SCP-Sturmflaute vergebens. Feriz Meha, wohnhaft in Nellingen, unterschrieb in Kirchheim.

Genau wie sein zwei Jahre jüngerer Bruder Alban (19). Auch der kommt mit guten Referenzen nach Kirchheim: als A-Junioren-Bundesligaspieler des SV Stuttgarter Kickers. "In der Vorsaison hat Alban immerhin vier oder fünf Tore gemacht", sagt Krumm über den offensiven Mittelfeldspieler, der auf Degerlochs Höhen fast alle Jugendmannschaften durchlief: Elf Jahre kickte er für den Stuttgarter Verein.

Künftig kickt Alban Meha für Kirchheim, und Krumm ("der Konkurenzkampf wird größer") freut das ebenso wie Michael Rentschler: Das enge Personalkorsett, mit dem sich der VfL-Trainer herumzuschlagen hat, ist nicht mehr ganz so eng. 18 Feldspieler plus drei Torleute (Volber, Manuel Klon, Rechner) weist der aktuelle VfL-Spielerkader aus. Stefan Ziegler (verletzt), Marko Lovric (Kreuzbandriss) und Marcel Klon (pausiert bis Saisonende nach neuster Ankündigung) sind derzeit zwar nicht präsent. Dafür sind seit kurzem zwei VfL-Cracks wieder einsatzbereit, die länger pausieren mussten: Ex-Profi Torsten Raspe kehrte nach ausgeheiltem Achillessehnenanriss inzwischen ebenso wieder ins Mannschaftstraining zurück wie Heiko Eberhardt, der seinen zweimonatigen Afrika-Trip beendete.

Zurück zum Kirchheimer Meha-Transfer: Fast ebenso pfeilschnell wie Angreifer Feriz sein Rasen-Geschäft erledigten die VfL-Funktionäre bis zum offiziellen Transferschluss am 31. August (24 Uhr) alle anfallenden Formalitäten. Binnen zwei Tagen war alles über die Bühne. Den entscheidenden Schlusspunkt setzte schließlich der Trainer: Michael Rentschler holte sich die Freigabebestätigung des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) auf der Stuttgarter Geschäftsstelle am Mittwoch persönlich ab. "Diese Spieler-Verpflichtung war eine einzigartige konzertierte Aktion der gesamten Abteilungsleitung", strahlte Nobby Krumm.

INFOBrüderpaare, die zum Spielerkader der ersten Fußballmannschaft zählen, sind beim VfL Kirchheim keine Seltenheit: Reinhold und Helmut Lowski vertraten die VfL-Farben in den Siebzigerjahren, Uwe und Jochen Köber waren Stammspieler in den Achtzigerjahren. Im VfL-Spielerkader 2005/06 stehen Manuel und Marcel Klon (pausiert) beziehungsweise Feriz und Alban Meha.