Lokalsport

Zwei heiße Eisen im Feuer

Landesmeisterschaften der Junioren

Standortbestimmung, die Zweite: Nach ihrem Goldrausch bei den Aktiven greift Sprinterin Anja Wackershauser an diesem Wochenende bei den Landesmeisterschaften der Junioren in Schutterwald nach dem 200-Meter-Titel. Podiumsgelüste hat auch Mittelstrecklerin Karoline Brüstle vom TV Neidlingen.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Da waren‘s nur noch drei – laut Meldeliste wären an diesem Wochenende sieben Athleten aus der Teckregion bei den baden-württembergischen Juniorenmeisterschaften in Schutterwald an den Start gegangen. Aussichtsreichster Ausfaller wäre Oliver Haussmann vom VfL Kirchheim gewesen, der über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel des VfB Stuttgart zum Kreis der erweiterten Medaillenkandidaten zählte. Die Zerrung im Oberschenkel, die er sich am vergangenen Wochenende bei den A-Jugend-Titelkämpfen in Böblingen zugezogen hatte, lassen einen Einsatz des Youngsters allerdings nicht zu. Seine VfL-Kameradinnen Daniela Hohneiser (100 Meter) und Stefanie Godel (100 Meter/Weitsprung) müssen ebenfalls verletzungsbedingt passen.

Die Kirchheimer Kastanien muss einmal mehr Anja Wackershauser aus dem Feuer holen. Die 22-Jährige will sich mit einem Titel von ihrem altersbedingt letzten Auftritt bei Juniorenmeisterschaften verabschieden. Die Chancen stehen gut: Mit ihren 24,03 Sekunden vom vergangenen Wochenende, die sie als aktuell neuntschnellste Frau Deutschlands ausweisen, ist Wackershauser haushohe Favoritin auf 200-Meter-Gold. Wichtiger als Edelmetall dürfte jedoch das Knacken der magischen 24-Sekunden-Grenze sein. Sollte es damit in Schutterwald nicht klappen, bietet sich Wackershauser nur eine Woche später schon die nächste Chance: Die Studentin tritt beim WLV-Länderkampf in Heilbronn an, verzichtet dafür auf einen Start bei der Leichtathletik-Gala in Wattenscheid.

Gute Medaillenchancen hat auch Mittelstreckenspezialistin Karoline Brüstle vom TV Neidlingen. Nachdem sie sich Ende April in Köngen bereits den Landestitel über 5 000 Meter der Juniorinnen gesichert hatte, peilt sie nun in Schutterwald Edelmetall über 3 000 Meter an. Ihre größte Konkurrentin dürfte dabei die Mannheimerin Fabienne Amrhein sein, die sie über 5 000 Meter zuletzt auf Platz zwei verweisen konnte. Brüstle ist mit den in Köngen gelaufenen 18.06,47 Minuten momentan übrigens auf Platz neun der DLV-Juniorenbestenliste.

Dritte und damit letzte Starterin aus hiesigen Breiten ist Hannah Niemeyer vom VfL Kirchheim. Die Owenerin geht über 800 Meter der B-Juniorinnen an den Start. Alterstechnisch eigentlich noch als A-Schülerin unterwegs, geht‘s für die 15-Jährige darum, Erfahrung bei den Älteren zu sammeln. „Sie hat keine Chance“, meint Trainer Micky Corucle, „soll aber, wenn möglich, ihre Bestzeit verbessern.“ Im Sog der erfahrenen Konkurrenz durchaus möglich.