Lokalsport

Zweitbundesligist Kirchheim Knights mutiert zur GmbH

Bei der Hauptversammlung der Basketball-Abteilung des VfL Kirchheim wurde die Ausgliederung der ersten Mannschaft aus dem Hauptverein beschlossen. Nur einen einzigen Antrag gab es auf dieser Sitzung am vergangenen Freitagabend. Tagesordnungspunkt 5 hatte es in sich.

KIRCHHEIM Die Vorstandschaft der VfL-Basketballer, unter Führung der Abteilungsleiter Karl Bantlin und Stefan Schmauder, hatte darin die Ausgliederung der soeben in die zweite Bundesliga aufgestiegenen ersten Mannschaft aus dem eingetragenen Verein und die Gründung eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs unter dem Namen "VfL Kirchheim Knights GmbH" beantragt. Die Abstimmung pro Antrag erfolgte mit großer Mehrheit.

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Schon sehr früh hatte Hauptvereins-Geschäftsführerin Doris Imrich deutlich gemacht, dass sie das finanzielle Risiko einer Profisport-Abteilung im VfL Kirchheim nicht tragen wolle, wobei Hintergrund dieser Negativentscheidung die schlechten Erfahrungen mit der Fußball-Abteilung seien. Die hatte nach ihrem Regionalliga-Abenteuer 1997/98 bis heute nicht getilgte Schulden aufgehäuft. Günther Ott, Vorstandsmitglied im Hauptverein und Pate der Basketballer, machte diesen Zusammenhang noch einmal deutlich, kündigte der Basketballabteilung aber auch Hilfe an: "Das ist der einzige Weg. Sie bekommen Unterstützung, organisatorisch und finanziell." Nachdem klar war, dass es keine Alternativen zur Ausgliederung gebe, um das Abenteuer Zweite Liga auf tragfähige Säulen zu stellen, wurden im Rahmen der Hauptversammlung sieben Gesellschafter der zu gründenden Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) aus den eigenen Reihen präsentiert. Neben den wieder gewählten Abteilungsleitern Karl Bantlin und Stefan Schmauder sind dies Geschäftsführer Ulrich Tangl, Team-Manager Volker Oesterle, Siegfried Meissner, Karl-Wilhelm Lenger und Michael Schmauder. So ist eine enge Verzahnung mit der Basketball-Abteilung gewährleistet sowie die gegenseitige Unterstützung der beiden Organisationen.

In den nächsten Tagen und Wochen sollen nun die notwendigen Schritte unternommen werden, um die neue Gesellschaft zu installieren. Derzeit sind die Verantwortlichen dabei, die finanzielle Grundlage für die Zweite Liga zu schaffen. Erste Gespräche mit potenziellen Sponsoren haben gezeigt, dass der Schritt der Basketballer in den semi-professionellen Sport überall mit Zustimmung, zum Teil auch mit Begeisterung begrüßt wird. Gleichzeitig sind längst Gespräche mit "alten" Spielern sowie möglichen Neuzugängen angelaufen. Verträge können freilich erst abgeschlossen werden, wenn die neue Wirtschaftsform de facto besteht.

Vor der richtungsweisenden Abstimmung, die bei nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen fast einstimmig pro Ausgliederung ausfiel, hatte Abteilungsleiter Karl Bantlin in Abwesenheit seines beruflich verhinderten Partners Stefan Schmauder noch einmal auf die extrem erfolgreiche Saison zurückgeblickt. Meisterschaft in der Regionalliga Südwest, fast 900 Zuschauer im Schnitt bei den Heimspielen in der Sporthalle Stadtmitte, den Etat trotz einer erneuten signifikanten Steigerung ausgeglichen: Das waren die positiven Eckdaten im Zusammenhang mit der ersten Mannschaft.

Auch im Jugendbereich geht es aufwärts. Wenn die U20-Mannschaft sich bei der derzeit laufenden Qualifikation durchsetzt, kann der VfL in der Saison 2006/07 erstmals in allen drei Oberligen Württembergs vertreten sein. Bei den Neuwahlen gab es nur eine Veränderung. Weil Kassier Björn-Oliver Wirth aus persönlichen Gründen nach neun erfolgreichen Jahren nicht mehr kandidierte, übernahm dessen Vorgängerin Heidi Schmid-Sigel dieses wichtige Amt. Schmid-Sigel wird nur für die Basketball-Abteilung, nicht für die GmbH verantwortlich sein.

Zuletzt wies Karl Bantlin auf das bevorstehende 50-jährige Jubiläum hin. 1957 hatte Eugen Sienz die Basketball-Abteilung gegründet. Ziemlich genau 50 Jahre später soll der Klassenverbleib in der Zweiten Liga als bisheriger sportlicher Höhepunkt der Abteilungsgeschichte gefeiert werden.

mad