Lokalsport

Zweite Rennserie für "German guy"

Ungewohnter Härtetest für Porschefahrer Wolf Henzler. Auf der Rennstrecke von Lime Rock im US-Staat Connecticut startete er binnen zwei Tagen zwei Mal: Beim "New England Grand Prix" absolvierte er den sechsten Lauf zur Speed-World-Challenge als Sechster, um am vergangenen Montag noch einen Lauf zur American Le Mans Serie zu bestreiten. Dort wurde er zusammen mit Teamkollege Mike Rockenfeller Sechster der GT-Wertung.

EBERHARD STRÄHLE

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LIME ROCK Beim New England Grand Prix auf der 1,54 Meilen langen Rennpiste belegte Wolf Henzler im Qualifying zwar nur Platz acht, weil der falsch eingestellte Porsche 911 Cup in der entscheidenden Runde "furchtbar untersteuerte", wie er sagte, beim Rennstart aber war der Nürtinger hellwach: Recht früh konnte er sich an Stu Hayner (Pontiac) und Andy Pilgrim (Cadillac) vorbeipressen. Zur Hälfte des Rennens über angesetzte 45 Runden gab es unfallbedingt eine Safetycar-Phase. Beim anschließenden Restart bemerkte Henzler die grüne Flagge zu spät, weil eine entsprechende Funknachricht seines Teams ausgeblieben war. Henzler büßte drei Plätze ein und kämpfte sich anschließend wieder nach vorne. Für die spektakuläre Art und Weise, wie er dabei Konkurrent Pilgrim überholte, bekam Henzler später einen Sonderpreis ("Award for the coolest move"). Die Ziellinie überfuhr er als Fünfter.

"Die Chance, heute Dritter zu werden, war gegeben. Doch beim nächsten Rennen auf dem Infineon Raceway dürfte mehr für uns drin sein als Platz fünf. Da können wir ja auf die Daten aus dem Vorjahr zurückgreifen", resümierte Henzler nach dem Lauf.

Zwei Tage später saß Henzler, neu engagiert vom British American Motorsport (BAM)-Team, am Volant eines Porsche 911 GT3 RSR: Lauf zur American Le Mans-Serie (ALMS). ALMS-Rennen werden über eine Distanz von 2.45 Stunden gefahren, deshalb sind zwei Fahrer nötig. Henzler, der engagiert wurde, weil der bisherige Copilot des Teams, Tony Burgess, die Erwartungen nicht erfüllt hatte, teilte sich das Cockpit mit dem jungen Mike Rockefeller. "Die Belastung ist für mich ab jetzt höher", meinte Henzler, der von den Rennfahrerkollegen "german guy" genannt wird.

In der ALMS sind sowohl Sportprototypen (Audi R8, Courage C 65, Lola B05/04) als auch GT1/GT2-Fahrzeuge wie Corvette, Maserati, Dodge Viper und Porsche 9111 GT3 vertreten. Im Qualifying stellte Rockenfeller den Porsche auf den vierten Startplatz der GT-Fahrzeuge. Rockenfeller begann den Turn und fuhr in der GT-Wertung auf Platz drei vor. Das Tempo gaben allerdings schon zu diesem Zeitpunkt die leistungsstärkeren Sportprototypen vor, die den Berg-und-Tal-Kurs von Lime Rock durchschnittlich vier bis fünf Sekunden schneller umrundeten. Nach 70 Rennminuten übernahm Henzler das Auto und hielt zunächst den dritten Platz, ehe ihn eine Schrecksekunde ereilte: Am Ausgang einer Schikane drehten sich zwei Prototypen. "Ich wollte ihnen ausweichen, als mir ein Panoz GTLM in die Flanke krachte und meinen RSR beschädigte", so Henzler über die Kollision, die ihn zum Ansteuern der Box zwang. Dort dauerte die Reparatur 20 Minuten Henzler blieb nur die Aufholjagd. Am Ende war er, mit 24 Runden Rückstand, Sechster der GT-Wertung.

Am Wochenende nimmt Henzler erneut eine Doppelbelastung hinter dem Lenkrad auf sich: Beim Sonoma Grand Prix auf dem Infineon Raceway (Kalifornien) fährt der Diplombetriebswirt wiederum in der GT-Kategorie der Speed World Challenge. Außerdem startet er zusammen mit dem Amerikaner Pierre Ehret bei der ALMS einen Porsche GT 1.