Lokalsport

Zwillingsbruder ließWackersteine purzeln

„Wir sind ganz relaxed nach Hause gefahren“

„Ich habe nicht mehr damit gerechnet, dass wir noch gewinnen“, gestand Martin Koch. Als zwei Minuten vor Schluss in Waldstetten doch noch der lang ersehnte Siegestreffer fiel, war die Freude beim Abteilungsleiter umso größer: „Wir sind dann ganz relaxed nach Hause gefahren, meine Frau und ich.“

Kirchheim. Erleichtert waren nicht nur die Kochs. Der ganzen Mannschaft, den Betreuern und den mitgereisten Fans fielen ganze Wackersteine vom Herzen. Die Scharte des peinlichen 0:1 gegen Kellerkind TSV Köngen vom vergangenen Sonntag war ausgewetzt. Der TSV Weilheim ist wieder auf Kurs - Platz zwei hinter dem 1. FC Heiningen, der sich beim 3:2 gegen Germania Bargau schwerer tat, als ihm lieb war. Fabian Abramowitz (2) und Gökhan Gümüssu erzielten die Tore für den Spitzenreiter.

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Den späten Sieg ermöglicht hat Markus, einer der Schweizer-Zwillinge - Michael fehlte rotgesperrt. 88. Minute: Emrah Polat passt nach halblinks, Markus Schweizer zieht aus 20 Metern ab, flach ins lange Eck. Der Rest ist Jubel, Jubel, Jubel.

Es war nicht nur das nackte Ergebnis, das den Weilheimer Tross beschwingte. „Die Einstellung stimmte. Jeder wusste, um was es ging. Jeder hat sich ins Zeug gelegt. Wir hätten schon nach drei Minuten führen können, als der Torwart einen 23-Meter-Schuss von Ferdi Er gerade noch über die Latte lenkte. Wir hatten auch danach die besseren Chancen“, fasste Spielleiter Günther Friess seine Eindrücke zusammen.

Die Partie war von einer meist gesunden Härte geprägt. Schiedsrichter Mike Kaack vom SV Jungingen trug mit seiner kleinlichen Spielleitung, die Hektik verursachte, dazu bei. Leidtragender war Ferdi Er. Er wollte am Strafraum schießen, ein Gegenspieler hielt den Schlappen drüber. Dabei erlitt der Weilheimer einen Riss auf dem Spann, der genäht wurde. Er musste nach einer Stunde ausgewechselt werden. Für ihn kam Fatih Özkahraman - sein Comeback nach langer Verletzungspause.

Nächsten Samstag kommen die Spfr. Dorfmerkingen, deren Aufwärtstrend unter dem neuen Trainer Helmut Dietterle von Frickenhausen jäh gestoppt wurde, ins Lindachstadion. „Es war eines unserer richtig guten Spiele“, strahlte FC-Spielleiter Günther Prerauer nach dem 3:1-Auswärtscoup. Aber er ist sich auch bewusst: „Bei der Ausgeglichenheit der Liga hängst du bei der nächsten Niederlage wieder unten drin. Das wird bis zum Schluss ein bitterböser Kampf gegen den Abstieg.“

Für Trainer Bernd Bauer steckt die Mannschaft noch mitten in einem Lernprozess. Mit aufsteigender Tendenz: „Wir haben in den letzten vier Spielen nur drei Gegentore kassiert und zehn Punkte geholt. Das stimmt mich zuversichtlich.“

Eine erneute Woche später steht für den TSV Weilheim der schwere Gang nach Bonlanden bevor. Der Verbandsliga-Absteiger tat sich am Anfang der Runde schwer. Trainer Klaus Fischer zu den Gründen: „Wir sind mit der kampfbetonten Spielweise der Gegner nicht zurechtgekommen. Dazu ich als neuer Trainer und nur eine kurze Vorbereitungsphase. Da kam einiges zusammen.“

Jetzt, so scheint es, hat sich die Mannschaft gefunden. Vieles passt. Als neue dritte Kraft in der Landesliga, Staffel 2, hoffen die Bonlandener auf Ausrutscher der beiden Topteams. Fischer sagt: „Wir fühlen uns wohl in dieser Lauerstellung.“ Weilheim kann sich am 8. November auf einen heißen Empfang gefasst machen.