Lokalsport

Zwischen Hoffen und Bangen

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Nach dem Heim-Unentschieden muss am nächsten Sonntag das Spiel in Würzburg gewonnen werden, um den ersten Meisterschaftstitel ins Neuffener Tal zu holen. 1500 Zuschauer bereiteten der Partie eine würdige Kulisse.

Einen fulminanten Start legten die TTC-Doppel hin. Torben Wosik und Bojan Tokic begannen gegen den Bulgaren Feng und den Chinesen Fan selbstbewusst. Im Handumdrehen gewannen sie die ersten beiden Sätze, ließen dann jedoch ein wenig die Zügel schleifen und konnten eine 9:7-Führung in Satz drei nicht in den Sieg ummünzen. Es sah sogar so aus, als ob der Faden gerissen wäre, als sie auch im vierten Satz 2:7 zurücklagen. Doch die Frickenhausener kämpften weiter. Mit einem knappen 11:9 schickten sie ihre Gegner in die Kabine und brachten den TTC in Führung (1:0).

In der Nebenbox lief zur gleichen Zeit das ab, was am Ende als Schlüsselspiel der Partie angesehen wurde. Ma/Lundquist standen Korbel/Leung gegenüber, die bereits in den Halbfinalen gegen Ochsenhausen aussichtslose Partien gedreht haben. Und so geschah es auch an diesem Nachmittag. Zweimal gingen die TTC-Akteure in Führung, zweimal mussten sie den Ausgleich hinnehmen. Im entscheidenden Satz waren sie mit 8:4 vorn und verloren dennoch mit 8:11. "Diesem Doppel trauere ich noch lange nach", sagte TTC-Präsident Wohlhaupter-Hermann im Anschluss. Trainer Qiu sah es ähnlich: "Wenn wir nach den Doppeln geführt hätten, wäre das Spiel anders gelaufen." So stand es 1:1.

Hoffnung kam auf, als Ma Wenge in seinem Einzel gegen Würzburgs Chinesen Leung eine sehr starke Leistung bot und mit einem klaren 3:0 seinen TTC in Führung brachte (2:1), doch nur wenig später unterlag Jens Lundquist gegen den Tschechen Petr Korbel (1:3) das 2:2. Am hinteren Paarkreuz trat Torben Wosik gegen den Abwehr-Strategen Chtchetinine an, gegen den er in der Hauptrunde schon nicht sehr gut aussah. Der Russe verstand es gekonnt, die Dynamik aus dem Spiel zu nehmen und brachte den Deutschen durch dieses kraftraubende Spiel immer wieder dazu, Fehler zu begehen. Wosik scheiterte wie schon in den Spielen zuvor am Abwehr-Bollwerk aus Franken (2:3). Auch Bojan Tokic brauchte seine Zeit, um seinen Rhythmus gegen den Bulgaren Feng zu finden. Zwei Sätze lang dauerte es, bis er sich auf die Spielweise seines Gegenübers eingestellt hatte, aber dann ließ er sich das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen. Sein 3:1-Sieg brachte das Remis zur Pause (3:3).

Auch nach dem Break ging es weiter auf der Achterbahn der Gefühle. Ma verlor sein Spiel gegen Korbel (3:4). Am Nebentisch legte Jens Lundquist im zweiten Satz seine Vorsicht gegen Leung ab und dominierte durch aggressives Spiel. Sein Einsatz wurde belohnt. In drei schnellen Sätzen beendete er die Partie und glich erneut aus (4:4). Als krönender Abschluss folgten die längsten Einzelspiele. Torben Wosik unterlag in fünf Sätzen knapp gegen Feng (4:5) und Bojan Tokic lieferte sich eine Aufholjagd par excellence gegen den Russen Chtchetinine. Zwei Sätze hatte er bereits verloren und lag auch im dritten 3:9 zurück, dann geschah das, was in der Halle niemand mehr vermutet hatte. Er gewann mit 11:9 und drehte damit das Spiel, das letztendlich den Endstand von 5:5 sicherte.

Richtig zufrieden war auf Seiten des TTC mit diesem Spielstand niemand. Dennoch äußerten sich Manager und Trainer zuversichtlich fürs Rückspiel in Würzburg. "Wir haben immer noch die Chance, in Würzburg zu gewinnen. Wir müssen unsere Möglichkeiten nur voll ausschöpfen."