Lokalsport

Zwischen Miami und Hamburg gibt's "Königs-Pita" und Stockfisch

Fisch oder Fleisch, daheim oder auswärts, mit Familie oder Freunden sechs bekannte Sportler aus der Teckregion mit sechs verschiedenen Herkunftsländern ver- raten, wie sie Weihnachten und die Feiertage verbringen.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Die Sportregion rund um die Teck wimmelt geradezu vor Internationalität. Doch egal, ob sie nun deutsch sind oder familiäre Bande nach Kroatien, Griechenland, China, England, Amerika oder Rumänien knüpfen Weihnachten feiern sie alle.Manuel Fumic (25), Mountainbike-Profi mit kroatischen Wurzeln: Bei uns ist das Weihnachtsessen meistens von Fischgerichten geprägt. Was dieses Jahr auf den Tisch kommt, weiß ich aber noch garnicht genau, weil ich bis letzte Woche im Trainingslager auf Zypern war. Als Vorspeise vielleicht Fischsuppe, gefolgt von einem kroatischen Stockfischgericht, das "Bakaler" heißt. In der Vergangenheit war's nach dem Geschenkeauspacken so, dass die Kids noch in die Stadt zum Feiern mit Freunden sind.Christian Gentner (22), Fußball-Profi aus Beuren in Diensten des VfL Wolfsburg: Ich werde dieses Jahr zum ersten Mal nicht mit meiner Familie feiern. Mit meiner Freundin besuche ich über die Feiertage einen Kumpel in Florida, der in der Nähe von Miami eine Pilotenausbildung macht. Deswegen weiß ich auch garnicht, was mich da essenstechnisch erwartet. Aber Weihnachten in der Sonne zu feiern, ist bestimmt mal was anderes. Über Silvester bin ich aber bei meinen Eltern daheim in Beuren, feiern werde ich wohl mit ein paar Spielern meines Ex-Clubs, VfB Stuttgart. Auch wenn ich jetzt in Wolfsburg lebe, halte ich zu einigen immer noch regen Kontakt.Archontis Siopidis (31), Oberligafußballer des VfL Kirchheim aus Griechenland: Wir haben uns mit der Zeit an die deutschen Traditionen angepasst, so richtig griechisch-orthodox haben wir aber sowieso nie gefeiert. Früher sind wir an Weihnachten immer von Haus zu Haus gezogen und haben griechische Lieder gesungen. Wie ich dieses Jahr feiere, weiß ich noch garnicht genau, da ich vor Kurzem erst geheiratet habe, auf jeden Fall aber im Kreis der Familie. Eine griechische Spezialität an Weihnachten ist der sogenannte "Königs-Pita", das ist Blätterteig gefüllt mit Schafskäse. Da wird dann eine Münze drin versteckt und wer die findet, wird angeblich Glück im neuen Jahr haben. Jian-Xin Qiu (41), Trainer von Tischtennis-Bundesligist TTC Frickenhausen aus China: Als ich vor 20 Jahren aus China weg bin, durfte man dort noch gar nicht Weihnachten feiern. Inzwischen gibt es aber viele junge Leute, bei denen das sehr beliebt ist. Richtig groß gefeiert wird dort aber das Neujahrsfest, das bis zu zehn Tage dauern kann. Traditionelle Speisen zu diesem Fest sind Schweinefleisch und Fisch. Ich denke, ich werde auch ein, zwei Tage Neujahr feiern. Weihnachten verbringe ich aber ganz normal im Kreis der Familie, bloß meine Eltern und Schwester in China darf ich nicht vergessen anzurufen.Paul Howard (39), Profi-Basketballer bei den Kirchheim Knights mit amerikanisch-englischer Staatsangehörigkeit: Weihnachten ist immer so eine Sache bei mir, weil ich am 24. auch noch Geburtstag habe. Dieses Jahr bekomme ich Besuch von zwei meiner drei Brüder, die in England leben. Wir werden wahrscheinlich nach Hamburg fahren, wo ich auch schon Basketball gespielt habe, und ein bisschen zusammen feiern. Hamburg hat es mir richtig angetan, ein Teil von mir hängt sehr an dieser Stadt. Einen Baum wird's deshalb dieses Jahr wohl nicht geben, obwohl ich das Schmücken immer sehr gerne gemacht habe.Micky Corucle (44), Leichtathletik-Trainer-Guru aus Rumänien: Ich feiere ganz traditionell im Kreis der Familie. Spezielles Essen aus Rumänien wird es nicht geben, zumal meine familiären Wurzeln eh mehr ins Ungarische gehen. Das typische rumänische Weihnachtsessen schmeckt mir auch gar nicht das sind mit Hackfleisch gefüllte Krautwickel und heißt "Sarmale". Essen ist ohnehin meine letzte Sorge, da halte ich es wie ein Auto beim Tanken: Rein mit dem Sprit und weiter.

WER IST WER?Die Porträts in den Christbaumkugeln zeigen von links: Manuel Fumic, Christian Gentner, Archontis Siopidis (oben), Jian-Xin Qiu (unten), Paul Howard und Micky Corucle. Die Fotomontage erstellte David Hofmann.