Lokalsport

Zwischen Testwut und Siegeswillen

Morgen, Kinder, wird's was geben: Die Sportanlage Lehenäcker in Jesingen öffnet ihre Pforten für die 43. Auflage des Teckbotenpokal-Turniers. Über Tipps, Trends und Tendenzen für das achttägige Fußball-Event sprachen wir mit den Trainern der 20 teilnehmenden Mannschaften.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM In der Gruppe A gibt sich Stefan Haußmann (TSV Notzingen) vor Turnierbeginn nicht

O:1707F503.EP_ unbescheiden. "Unser Ziel ist das Erreichen des Endspiels." Dem Spielertrainer des in der abgelaufenen Bezirksligasaison bestplatzierten Teckvereins (Rang vier) ist "das Abschneiden bei diesem Turnier nicht unwichtig". Haußmann will möglichst alle Spieler seines 25-köpfigen Kaders zum Einsatz kommen lassen. Auch Martin Knorr (TSV Holzmaden) will spielertechnisch viel experimentieren. "Mit etwas Glück", so glaubt er, "können wir im ersten Spiel gegen Notzingen einen Punkt holen." Dann wäre für den A-Ligisten laut Knorr eventuell sogar das Erreichen des Viertelfinales möglich. Solch hohe Ansprüche hat Mato Kalfic (TSV Schlierbach) nicht. "Meine Jungs sollen ihren Spaß haben", sagt er, der während des Turniers im Urlaub sein wird. Als Favoriten auf den Sieg sieht der vom KSV Urach nach Schlierbach gewechselte Kalfic die SGEH. Einen relativ hohen Stellenwert nimmt das Turnier für Wolfram Bielke (SF Dettingen) ein. "Der Teckbotenpokal ist bei meinen Spielern sehr angesehen", sagt er, "deswegen gehen auch möglichst wenige während dieser Zeit in den Urlaub." Die Gruppe A sieht Bielke als interessant an, da "unterschiedliche Spielstärken geboten sind". Eher schwer als interessant sieht Klaus Müller (TSV Jesingen) diese Gruppe an. Der Trainer des Gastgeber-Vereins will "auf jeden Fall den Finalsonntag erreichen". Die Ansprüche sind hoch, immerhin stand der TSVJ in den vergangenen drei Jahren im Endspiel. "Wir werden uns nicht schonen", sagt Müller voraus.

Mit vollem Ernst an die Sache gehen wird die Mannschaft von Michael Pflüger (SGEH) in der Gruppe B. "Unser Anspruch ist der Gruppensieg." Der Stellenwert des Turniers habe laut Pflüger für den Bezirksligisten zugenommen, hat man doch auf einen Start beim Senner-Pokal vergangene Woche verzichtet. Jürgen Kammerer (TSV Owen) sieht Gruppengegner SGEH sogar als Turnierfavorit Nummer eins. Innerhalb seines TSVO glauben laut Kammerer einige, "dass eine Überraschung drin ist". Für eine solche will der B-Ligist mit seiner stärksten Elf sorgen. Die Herzogstädter haben sogar einen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen den der fairsten Mannschaft. Als "super Vorbereitung" bezeichnet Bernd Leibbrand (TV Hochdorf) das Turnier. Dem Trainer des A-Ligisten kommt die Abwechslung zum EZ-Pokal, an dem der TVH sonst teilnimmt, sehr gelegen. "Es ist gut, auch mal gegen andere Vereine zu spielen." Mit seinem Team will Leibbrand auf jeden Fall die Vorrunde überstehen, "alles andere sieht man dann". Ein wenig unglücklich über den Zeitpunkt des Turniers ist Jürgen Fritsch (TSV Weilheim): "Wir haben sehr viele Urlauber." Zudem hat der A-Ligist sechs zum Teil hochkarätige Abgänge zu verzeichnen. Trotzdem gibt Fritsch das Erreichen des Viertelfinales als Ziel für seine junge Mannschaft aus, denn er weiß: "Das Publikum erwartet viel." Costa Giacobbe (TG Kirchheim) hofft indes, dass sein Team die Turnierwoche ohne Blessuren übersteht. "Im Hinblick auf den Saisonstart ist es wichtig, dass sich keiner verletzt." Nach dem überraschenden Abschneiden der TGK im vergangenen Jahr (Platz vier) sind die Ziele heuer etwas tiefer angesiedelt. "In unserer Gruppe ist wohl der TSV Owen am ehesten schlagbar", glaubt Giacobbe.

In der Gruppe C peilt Axel Maier (TSG Zell) den Vorstoß ins Halbfinale an. Der Trainer des Titelverteidigers will "möglichst viel testen, vor allem die Neuzugänge so gut es geht in die Mannschaft einbauen". Als stärksten Gruppengegner sieht Maier den TSV Jesingen II, sein Turnierfavorit ist die SGEH. Michael König (SV Nabern) will sich mit seiner Truppe gegenüber dem letztjährigen Turnier steigern. "Wenn wir einen Platz besser abschneiden als in Neidlingen, bin ich zufrieden." Königs Turnierfavorit ist ebenfalls die SGEH "wenn sie mit der ersten Mannschaft antreten sollte", wie er betont. Das Ziel von Andreas Schroeder (TSV Jesingen II) ist, "die anderen Mannschaften zu ärgern". Die Jesinger Reserve als Stolperstein für die Arrivierten? Der bisherige Jesinger B-Jugendtrainer Schroeder rechnet sich für seine Elf "eher wenig aus", weswegen er locker an die Sache herangehe. Als gute Verbindung zwischen Test- und Erfolgsprinzip sieht Volker Krissler (TV Neidlingen) das Turnier. Der Neidlinger Neu-Coach will einige Änderungen an der Spielweise seines Teams ausprobieren. Neben dem TSV Notzingen und dem TSV Jesingen sieht Krissler auch seinen Ex-Club SF Dettingen mit in der Favoritenrolle auf den Turniersieg. "Die können wieder von ihrer guten Jugendarbeit profitieren und zahlreiche A-Junioren integrieren." Uwe Schulz (TSV Notzingen II) sieht in dem Turnier die optimale Vorbereitung für die Saison. Außerdem sei es "eine Imagegeschichte und die Plattform, auf der sich die Teckvereine vor Saisonbeginn präsentieren." Die Chancen für seine Mannschaft, das Viertelfinale zu erreichen, stuft Schulz indes als gering ein, für den Turniersieg favorisiert er die Notzinger Erste und den TSG Zell.

Selbstbewusste Töne kommen von den Mannschaften in der Gruppe D. "Wir wollen das Turnier gewinnen", sagt Ezio Paladino (TSV Boll). Obwohl er ohne die beiden Leistungsträger Oliver Hrabar und Alexander Kächelin in die Lehenäcker kommt, sieht der Trainer des Bezirksligisten sein Team ganz vorne mit dabei. Kein Blatt vor den Mund nimmt auch Antonio Portale (TSV Oberlenningen). "Wir haben das Potenzial, um das Turnier zu gewinnen", sagt der ehemalige Oberliga-Kicker des VfL Kirchheim, und ergänzt: "Außer Boll und Jesingen sind keine hochkarätigen Mannschaften dabei." Bis auf Torjäger Amel Licina wird der A-Ligist, der im vergangenen Jahr das "kleine Finale" gegen die TG Kirchheim gewinnen konnte, mit dem kompletten Kader antreten. Markus Lepadusch (TSV Ötlingen) will möglichst in jedem Gruppenspiel mit einer anderen Mannschaft auflaufen der Testzwecke wegen. "Ich habe zurzeit 38 Leute im Training und will wissen, wer es in die erste Mannschaft schaffen kann." Sein Trainer-Kollege Isidro Garcia (TSV Ohmden) will, dass sich sein Team während des Turniers die nötige Kraft für die Punktrunde holt. "Mal gucken, was wir so können", sagt er, der selbst in der Zeit des Turniergeschehens im Urlaub weilen wird. Dafür soll Robert Bressmer ihn würdig vertreten. "Das ist einer unser älteren Spieler, der macht das schon", vertraut Garcia seinem Interims-Co. Nicht zu beneiden ist Helmut Hartmann (AC Catania Kirchheim). "Das Problem ist, dass die meisten meiner Spieler zurzeit des Teckbotenpokals auf Heimaturlaub in Italien sind" Azzurri mit Heimweh sozusagen. Die Chancen für das Erreichen des Viertelfinals stuft Hartmann auf Grund der dünnen Personaldecke eher gering ein. Eine Überraschung traut er am ehesten den Mannschaften der SF Dettingen und des TV Neidlingen zu. "Ich glaube, die beiden machen den Sieg unter sich aus."