TSV Weilheim

Benny wird Weilheims erster Geiger

Fußball-Landesliga Bolls 38-jähriger Coach Benjamin Geiger tritt beim Tabellensechsten unter der Limburg die Nachfolge von Chris Eisenhardt an. Von Klaus Schlütter

Paul Schrievers erster Gedanke war: „Das könnte passen.“ In seiner Meinung bestätigt sah sich der neue 23-jährige Fußball-Abteilungsleiter des TSV Weilheim bei der jüngsten 0:2-Niederlage in Bad Boll. Drei Tage später war der Einjahresvertrag mit dem aktuellen Boller Trainer Benjamin Geiger (38) als Nachfolger des scheidenden Chris Eisenhardt (zum TV Echterdingen) perfekt.

Anzeige

Jahresverträge sind üblich in Weilheim. Aber sie schließen nicht aus, dass Trainer länger bleiben. „Eise“ steht im dritten Jahr an der Seitenlinie. Alexander Hübbe coachte sogar acht Jahre am Stück. Auch Geigers Vertragsdauer ist trotz der zeitlichen Vorgabe nur auf dem Papier limitiert. Schrievers: „Wir streben eine längerfristige Zusammenarbeit an. Benny ist sehr gut ausgebildet und sorgt mit seiner Arbeit für viel Qualität auf den Platz. Das hat sich im Prinzip in der Partie gegen uns wieder bestätigt. Er wird unsere Spieler im Einzelnen und als Mannschaft weiterentwickeln.“

Davon ist auch Spielleiter Günther Ascherl, sein langjähriger enger Mitarbeiter beim TSV Bad Boll, überzeugt: „Benny ist ein sehr akribischer Mensch und ein richtig guter Trainer. Einen besseren hätte Weilheim nicht finden können. Er ist konsequent, arbeitet nach modernen Methoden und versteht es gut, junge Spieler zu entwickeln.“ Warum dann die Trennung nach fast vier positiven Jahren? Ascherl: „Nach so langer Zeit ist vieles zur Gewohnheit geworden. Wir saßen zusammen und waren uns einig, dass beide Seiten einen neuen Anschub brauchen.“

Den bekommt Geiger, der auch beim VfL Kirchheim im Gespräch war, nun unter der Limburg. Mit ihm wird sich der TSVW neu ausrichten. U19, U23 und Landesligamannschaft sollen noch besser verzahnt werden, wobei Robert Walter als Trainer der zweiten Mannschaft (U23) eine weitere wichtige Rolle spielt. Der langjährige Spieler absolviert aktuell die Ausbildung zur B-Lizenz mit Abschluss Anfang 2019.

Auf den künftigen Cheftrainer kommt nun viel Arbeit zu. Einerseits muss er mit den Bollern weiter Vollgas geben, um seinem schon länger feststehenden Nachfolger Manuel Doll (FSV Waiblingen) eine Mannschaft übergeben zu können, die auch künftig in der Landesliga spielt. Andererseits versucht er, in Vier-Augen-Gesprächen abwanderungswillige Weilheimer Spieler zum Bleiben zu bewegen. Unmittelbar nach seiner Vorstellung am Donnerstag in Weilheim hat er bereits damit begonnen. Heute will er seine schwierige Überzeugungsarbeit fortsetzen. „Das werden zwei Wochen voller Stress. Eine große Herausforderung für mich, vor allem für meine Frau, die mich in dieser Zeit zu Hause in Altbach kaum zu Gesicht bekommen wird“, weiß Geiger. Schließlich hat er ja auch noch einen Beruf, der ihn fordert: Lehrer an der Gemeinschaftsschule in Esslingen.

In Weilheim stehen bis zum Personalwechsel noch acht Spieltage an. Tabellarisch ist die Luft so gut wie raus. Keine Chance mehr nach oben, kaum Gefahr nach unten. Dennoch meint Schrievers, selber aktiv in der Zweiten: „Die Spieler wollen sich empfehlen, egal für wen. Auch die Trainer haben den Ehrgeiz, die Sache positiv zu Ende zu bringen.“