TSV Weilheim

In der Fuchsgrube ist Ausrutschen verboten

Fußball TSV Weilheim kann nur mit einem Sieg morgen in Köngen die Minichance auf Landesligaplatz zwei wahren.

Weilheim. „Unsere Jungs empfangen den Titelanwärter aus Weilheim“ - so wird auf der Internetseite des TSV Köngen das Landesligaspiel am Freitagabend (19.30 Uhr) in der heimischen Fuchsgrube angekündigt. Bei Chris Eisenhardt löst dies einerseits Bedauern, andererseits ein Schmunzeln aus. Gerne wäre der TSVW-Coach mit seiner Truppe noch auf Titelkurs. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.

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Weilheim ist momentan Dritter, 13 Punkte hinter Spitzenreiter Dorfmerkingen, fünf Zähler hinter Heiningen. Rang drei - bei allen anderen sportlichen Wettkämpfen ein Ehrenplatz auf dem Treppchen. In diesem Fall aber die Blechmedaille - der Dritte ist der Beste unter den gescheiterten Aufstiegsbewerbern, aber dafür gibt es am Ende nur tröstende Worte. Wie immer in den vergangenen vier Jahren, in denen der TSVW mit den Abschlussplätzen drei (Saison 2012/13, 2013/14), zwei (2014/15) und vier (2015/16) jeweils knapp gescheitert war.

Noch stehen sechs Spieltage an, um auf eine Wende zum Guten zu hoffen. Aber dafür muss Weilheim sechsmal gewinnen und auf den einen oder anderen Fehltritt der Heininger spekulieren. „Wir dürfen nicht mehr ausrutschen“, weiß Eisenhardt und gibt die Marschroute dafür aus: „An die gute Leistung vom 3:1 gegen Ebersbach anknüpfen und den Schwung aus diesem Spiel mit nach Köngen nehmen.“ Dabei kann er wieder auf Kapitän Daniel Heisig, der zuletzt beruflich verhindert war, als Stabilisator der Abwehr zurückgreifen. Ob Felix Stolz den Gelb-Rot-gesperrten Verteidiger Christoph Bauer ersetzt oder ob dessen Ausfall durch eine Umstellung kompensiert wird, will der Coach von den letzten Trainingseindrücken abhängig machen.

Ferdi Er nach Oberensingen?

Nicht nur die Saison, auch viele Transfergespräche gehen in diesen Tagen in die entscheidende Phase. Ferdi Er wird mit der TSV Oberensingen in Verbindung gebracht. Eisenhardt weiß: „Finan­ziell können wir da nicht mithalten. Aber ich bin zuversichtlich, dass Ferdi bleibt.“ Denkbar wäre, dass der 36-Jährige als spielender Co-Trainer beim TSVW weitermacht.

Überraschend sind zwei ehemalige Kirchheimer auf dem Spielermarkt angekommen: Deni Kalfic (28) und Roberto Forzano (26). Beide waren oft verletzt. Jetzt haben sie sich vom Schlusslicht 1. FC Eislingen verabschiedet. „Im Guten“, wie Kalfic sagt, nachdem erst von Vereinsseite bekannt gegeben wurde, sie seien suspendiert worden. Das wurde inzwischen dementiert.

Auch beim Gegner TSV Köngen wird eifrig gepokert. So hat sich Mittelfeldspieler Pascal Herrmann (21), wie bereits berichtet, für einen Wechsel zum VfL Kirchheim in die Bezirksliga entschieden. Kaltgestellt wurde Miguel Horeth (23), der jüngste von drei Brüdern, nach mehreren Verwarnungen. Bei Max Pradler (25) ist die Sache noch offen. Der Stürmer aus Kirchheim erzielte bei der 1:3-Niederlage in Echterdingen das Ehrentor und wurde im Internetportal „fupa.net“ in die „Mannschaft der Woche“ gewählt - wie übrigens auch Weilheims dreifacher Torschütze Mike Tausch und Torwart Ben Brenken.

Pradler ist mit Oberligist SV Göppingen und Verbandsligist VfL Sindelfingen im Gespräch. Seine Meinung zum morgigen Spiel: „Wir haben in Echterdingen wie schon oft in dieser Saison den Anfang verpennt. Wenn wir das abstellen können, haben wir eine gute Chance. Wir sind konterstark und tun uns gegen die vorderen Teams wie Weilheim leichter, als gegen Mannschaften, die sich hinten reinstellen.“Klaus Schlütter