Leben und Wohnen im Alter

Das Geheimnis der 100-Jährigen

Entdeckungsreise in die Blue Zones der Welt.

Das Geheimnis der sogenannten Blauen Zonen hat Dan Buettner gelüftet und in einem bildstarken Buch veröffentlicht. Foto: München National Geographic

pm. Was verbindet Sardinien, die Nicoya-Halbinsel, Loma Linda, Ikaria, Okinawa und Singapur? An all diesen Orten werden die Menschen besonders alt, wesentlich älter als der Durchschnitt. Das Geheimnis dieser sogenannten Blauen Zonen hat Dan Buettner gelüftet und in einem bildstarken Buch veröffentlicht. 

Der Autor ist Entdecker und Experte der „Blue Zones“, der Langlebigkeits-Hotspots, in denen die Menschen (die 100-Jährigen) besonders gesund altern. Leser/-innen erfahren, wie sich die Bewohner dieser Gebiete ernähren, bewegen und soziale Kontakte pflegen, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu fördern. Ein langes Leben hängt sowohl von genetischen Einflüssen und Ernährung als auch vom Lebensstil und den sozialen Kontakten ab. Man sagt, der Autor sei Entdecker und Experte der Blue Zones, der Langlebigkeits-Hotspots, in denen die Menschen besonders gesund altern. „Nicht, dass die Menschen in den Blue Zones bessere Gene hätten. Ihnen bleiben jedoch die chronischen Krankheiten erspart, die unser Leben verkürzen, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz oder Krebsarten“,  schreibt der Autor. Nicht etwa weil sie mehr Disziplin oder Verantwortungsbewusstsein besitzen, sondern weil ihr Umfeld eine spezifische Art zu leben begünstigt.

Die sechs Blue Zones

Die Region Ogliastra auf Sardinien ist als Blue Zone dafür bekannt, dass hier die ältesten Männer weltweit leben. Viele von ihnen arbeiten bis ins hohe Alter als Hirten. Auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel wie Kartoffeln, Bohnen, Getreide und Gemüse, außerdem Milchprodukte von den Weidetieren, die viele Omega-3-Fettsäuren enthalten.

Ebenfalls in Europa liegt die griechische Insel Ikaria mit etwa 8000 Einwohnern, die unter anderem dadurch hervorsticht, dass sie weltweit eine der niedrigsten Sterberaten im mittleren Alter hat. Buettner führt dies unter anderem auf die als sehr gesund geltende Mittelmeerdiät mit viel Gemüse, Olivenöl und Fisch zurück.

Okinawa ist ebenfalls eine Insel im Süden von Japan. Auf ihr herrscht ein subtropisches Klima, in dem die Menschen unter anderem Süßkartoffeln, Soja und viele Gemüsesorten anbauen. Dort leben die meisten ältesten Frauen der Welt.

In der Kleinstadt Loma Linda in Kalifornien leben besonders viele Siebenten-Tags-Adventistinnen und -Adventisten. Die Wissenschaftler glauben, dass die Bewohner seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs erkranken, weil die Adventisten sich pflanzlich und natürlich ernähren und ihren Glauben als weiteren Grund betonen.

Auf dem amerikanischen Kontinent machten Buettner und sein Team noch eine weitere Blue Zone aus – die Nicoya-Halbinsel in Costa Rica. Das soll vor allem an der starken sozialen und spirituellen Gemeinschaft der Menschen und an regelmäßiger Bewegung liegen. Die Nicoyaner wissen das Leben in vollen Zügen zu genießen, eine Einstellung, die sich in dem Begriff pura vida  – frei übersetzt „alles gut“ oder „locker bleiben“ – ausdrückt.

Und seit Kurzem zählt auch Singapur zu den „Blue Zones“, wo gesundheitsfördernde Regierungsmaßnahmen die Lebenserwartung erhöhten.

Fazit 

Soziale Strukturen durch Familie oder Freundschaften, die Menschen bis ins hohe Alter einbinden, gesundes Essen und viel Bewegung sind drei der wichtigsten Voraussetzungen, um gesund alt zu werden. „Das Geheimnis der 100-Jährigen“ ist zur Lektüre empfohlen. Und für die Umsetzung ist es nie zu spät. 

Titel: Das Geheimnis der 100-Jährigen

Entdeckungsreise in die Blue Zones der Welt

Autor: Dan Buettner

Verlag: München National Geographic

ISBN: 9783987010392