Kirchheim

CDU-Politiker diskutieren mit Anwohnern

Flüchtlinge In Lindorf und am Ginsterweg regt sich Widerstand gegen Bauprojekte.

Dreschplatz in Lindorf. Archiv-Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Bei einem Treffen des Evangelischen Arbeitskreises des CDU-Kreisverbands Esslingen haben Vertreter von Bürgerinitiativen und Anwohner Sorgen über die Anschlussunterbringung an mehreren Standorten in Kirchheim geäußert. Dr. Thilo Rose, Vorsitzender der CDU-Fraktion, und Mitglieder des Arbeitskreises diskutierten mit den Betroffenen - unter ihnen Walter Ostertag und Stefan Kitzig von der Bürgerinitiative Ginsterweg und Klaus Pesl, Ortschaftsrat in Lindorf.

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Sowohl im Ginsterweg in Ötlingen als auch am Dreschplatz in Lindorf sollen Gebäude zur Anschlussunterbringung von Flüchtlingen entstehen. An beiden Orten regt sich Widerstand gegen die Auswahl der Standorte und die Größe der Gebäude.

Die Betroffenen kritisieren den Umgang der Stadtverwaltung und Teilen des Gemeinderats mit den Anwohnern. Stefan Kitzig und Walter Ostertag haben Bedenken wegen der Unterbringung im Ginsterweg. Diese Bedenken teilen auch einige Bewohner der Halde.

Aus der Sicht der Anwohner ist die Fläche zu klein für die geplanten Gebäude mit den vielen Bewohnern. „Da die beiden Gebäude dort auf allen vier Seiten von Straßen umgeben sind, stehen die Flüchtlinge, wenn sie die Gebäude verlassen, auf der Straße“, heißt es in einer Pressemitteilung des Arbeitskreises. Aus Sicht der Bürgerinitiative passen die beiden vorgesehenen zweigeschossigen Gebäude nicht in das Ortsbild. Kinzig und Ostertag taten auch ihren Ärger darüber kund, dass andere Alternativen nicht geprüft worden seien, wie sie behaupten.

In Lindorf soll der Dreschplatz bebaut werden. Ortschaftsrat Klaus Pesl wandte sich gegen die Bebauung des Dreschplatzes, da die Fläche für den Teilort die letzte Möglichkeit sei, jungen Familien vor Ort einen Bauplatz anzubieten. Zudem sei es seiner Meinung nach unmöglich, in einem kleinen Ort mit wenig Infrastruktur und einer vergleichsweise kleinen Einwohnerzahl eine derart große Zahl an Flüchtlingen zu integrieren.

Dr. Thilo Rose, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, schilderte das Thema aus seiner Sicht: Zunächst sei für die vorläufige Unterbringung der Landkreis zuständig. Spätestens zwei Jahre nach Aufnahme von Asylbewerbern würden diese in die Anschlussunterbringung kommen - unabhängig vom Bearbeitungsstand ihres Asylantrags oder von ihrem Aufenthaltsstatus. Vonseiten der Stadtverwaltung sind sechs Standorte für die Anschlussunterbringung vorgeschlagen worden, unter anderem die Klosterwiese, im Hafenkäs, die Kitteneshalde, der Ginsterweg, der Dreschplatz in Lindorf und der Bolzplatz in Jesingen. Kriterien waren unter anderem städtisches Eigentum der Flächen, vorhandene Erschließung und möglichst schnelle Genehmigungsverfahren.

CDU trägt Bauvorhaben nicht mit

Vonseiten der CDU-Gemeinderatsfraktion wurde beantragt, dass nur Menschen in dauerhaften Wohngebäuden untergebracht werden sollen, die auch eine dauerhafte Bleibeperspektive haben. Für die vorübergehende Unterbringung der Menschen, die beispielsweise geduldet sind, wurden von der CDU-Fraktion im Kirchheimer Gemeinderat alternative Standorte vorgeschlagen. Die Anträge wurden jedoch mehrheitlich abgelehnt. Die CDU-Gemeinderatsfraktion wird den weiteren Bau von dauerhaften Gebäuden zur Anschlussunterbringung nicht mittragen.pm