Kirchheim

„Der Laden war sein Leben“

Nachruf Artur Schad ist am Sonntag im Alter von 87 Jahren gestorben. Bis zuletzt war er in seinem Geschäft aktiv.

Artur Schad ist tot. Foto: privat
Artur Schad ist tot. Foto: privat

Kirchheim. Sein Laden ist eine Institution in Kirchheim, und er selbst hat diese Institution über Jahrzehnte hinweg verkörpert. Jetzt ist Artur Schad im Alter von 87 Jahren verstorben. Der Mittelpunkt seines Lebens war das Haus in der Alleenstraße 4, das sein Vater Eugen kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs erworben hat. Geboren wurde Artur Schad 1932 aber noch in Wendlingen, dem damaligen Wohnort der Familie.

Vier Jahre vor Artur Schads Geburt hatte sein Vater bereits den ersten Laden in Kirchheim eröffnet, damals noch ein Fahrradladen in der Max-Eyth-Straße. Später kamen Nähmaschinen hinzu - und irgendwann auch Kinderwagen. Letzteres war der Einstieg in ein Sortiment, das bis heute besteht: Babyausstattung und Spielwaren.

„Der Laden war sein Leben“: Immer wieder fällt dieser Satz im Gespräch mit seiner Ehefrau Klara. Besonders am Herzen lag ihm die Modelleisenbahn. Vielleicht war das eine Erinnerung an die Anfangszeiten des Geschäfts, als der Vater noch mehrere Mechaniker beschäftigt hatte - wenn auch nicht fürs Spielzeug.

Bis zuletzt war Artur Schad regelmäßig im Laden - am Ende allerdings nur noch sehr eingeschränkt. Das Laufen fiel ihm schwer, und nach einer Operation hatte er mehrere Wochen in stationärer Pflege verbracht. Trotzdem war er wieder nach Hause gekommen: in seinen Laden und in die darüberliegende Wohnung. Per Treppenlift konnte er das Stockwerk wechseln, und bis zum Schluss hat er seine Kunden kompetent beraten.

Am Samstag kam er mit hohem Fieber ins Krankenhaus und hat seine Frau und die beiden Töchter rasch verabschiedet - mussten sie doch am Sonntag auf die Nürnberger Spielwarenmesse. Er freute sich darauf, dass sie ihn mit den neuesten Katalogen versorgen würden. Aber als sie zurückkehrten, war er bereits gestorben. Für die Familie kam das unerwartet - und unerwartet schnell.

Sein Lebenswerk wird fortgeführt, wie die Ehefrau verspricht: „Unsere Töchter führen den Laden weiter.“ Einzige Ausnahme: Am morgigen Donnerstag ist das Geschäft wegen des Trauerfalls geschlossen. Andreas Volz

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