Kirchheim

Eine Sternstunde der Musik

Kunst Die Stuttgarter Pianistin Sabine Sauer und das Lotus String Quartet spielen im Kirchheimer Kornhaus zwischen Werken von Konrad Raum – ein Echo auf die beschwingten Linien seiner Landschaftsbilder.

Foto: privat

Die Reihen im Kirchheimer Kornhaus waren voll, als die Stuttgarter Pianistin Sabine Sauer und das Lotus String Quartet in der Ausstellung von Konrad Raum gastierten. In seiner kurzen Einführung wies der Kurator der Ausstellung, Wolfgang Dick, auf die immer wieder betonte Musikalität der Zeichnungen Raums und seine Liebe zur klassischen Musik hin. Das Konzert stellte insofern ein Echo auf die beschwingte Liniengestik der Landschaftsbilder her. Gleich mit dem furiosen Allegro aus Mozarts Klavierquartett in g-Moll ließen Sabine Sauer, Mathias Neundorf, Tomoko Yamasaki und Chihiro Saito keinen Zweifel aufkommen, dass sie der künstlerischen Qualität Raums ein ausdrucksstarkes Klangerlebnis entgegensetzen. Mit spürbarer Spielfreude und hoher Präzision schufen die Musiker eine beeindruckende Klangskulptur, deren Beschwingtheit die Zuhörer vom ersten Moment an fesselte. Das folgende Streichquartett „Ainsi la nuit“, von Henri Dutilleux 1976 komponiert, setzte einen extremen Kontrapunkt.

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Sachiko Kobayashi an der ersten Violine führte die Streicher nun mit einer beeindruckenden Mischung aus japanischer Gelassenheit und Strenge zu einer lebendigen Darbietung der komplexen Klanggewebe Dutilleux‘. Farbig schillernde Tongebilde. Die ins Abstrakte tendierenden, farbig schillernden Tongebilde standen mit einer Selbstverständlichkeit im Raum, die das Publikum mit tosendem Applaus belohnte. Mit Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur fanden nach der Pause alle Interpreten des Abends zusammen. In der fast intimen Nähe, die im Ausstellungssaal zwischen Musikern und Zuhörern herrschte, sprang die Leidenschaftlichkeit, der mit Spontanität und Ausdruckstiefe vorgetragenen Komposition sofort über und mündete in einen begeisterten Schlussbeifall. Sabine Sauer und das Lotus String Quartet dankten diesen mit einer besonderen Würdigung an die Begeisterung Konrad Raums für die Musik von Johann Sebastian Bach. Den zweiten Satz seines Konzerts für Klavier und Orchester in f-Moll boten die Musiker als Zugabe. Es war das krönende Finale des Abends und ließ den mehrfach von Konzertgästen artikulierten Wunsch entstehen, dass derartige Begegnungen zwischen bildender Kunst und Musik Wiederholung finden. pm