Kirchheim

Erst Haft, dann Drogenentzug

Drogenhändler zeigt Einsicht und bekommt Strafrabatt

Rauschgift für viele Tausend Euro hat ein 47-Jähriger in Kirchheim und Weilheim verkauft (wir berichteten). Dafür kommt er nun drei Jahre und zehn Monate in Haft.

BERND WINCKLER

Kirchheim/Stuttgart. Es hätte vor der 7. Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht weitaus schlimmer für den 47-Jährigen enden können, denn bei Rauschgifthandel sieht das Gesetz Freiheitsstrafen bis zu 15 Jahre vor. Doch der Beschuldigte, der früher selbst in Kirchheim wohnte, dann nach München umzog, ist selbst schwer drogensüchtig, obwohl er vor rund zehn Jahren nach einer damaligen Verurteilung wegen Drogenhandels sogar auf Staatskosten eine Therapie erfolgreich abgeschlossen hatte.

So war der Rückfall ins alte Muster quasi vorprogrammiert, als er in seiner neuen Heimat München eine zunächst gut bezahlte Stellung im gastronomischen Bereich verlor und zuversichtlich eine neue Ausbildung zum Optiker begann. Der Arbeitsmarkt und das Einkommen seien hier aber schlecht gewesen, hatte er den Richtern gesagt. Der Verdienst durch Rauschgifthandel umso besser. Von Januar bis Dezember letzten Jahres gingen somit an die zwei Kilo der verschiedensten Drogen durch seine Hände und landeten bei Endverbrauchern in Kirchheim und Weilheim. Verdienst: mehrere Tausend Euro.

„Das waren große Mengen“, stellte das Gericht im Urteil fest. Neben den relativ milden drei Jahren und zehn Monaten – bedingt durch das umfassende Geständnis – darf sich der Angeklagte laut Gerichtsentscheid aber in einer Entziehungseinrichtung nochmals von der Drogensucht heilen lassen. Doch zuvor, so der richterliche Beschluss, muss er 23 Monate in der Haftzelle absitzen. Die dann folgende Drogentherapie hingegen wird auf die Reststrafe angerechnet.

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