Kirchheim

Erster Schritt zum Südweststaat

Geschichte Am 2. August 1948, genau vor 70 Jahren, fand die Dreiländerkonferenz auf dem Hohenneuffen statt.

Touristen können samstags, sonntags oder an Feiertagen die Burg besichtigen. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württem
Touristen können samstags, sonntags oder an Feiertagen die Burg besichtigen. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Neuffen. Der Hohenneuffen birgt Geschichte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die drei südwestdeutschen Länder Baden, Württemberg und Hohenzollern nicht entlang ihrer bisherigen Grenzen in Besatzungszonen aufgeteilt. Aus den drei alten Territorien entstanden die nördliche amerikanische Zone mit Namen Württemberg-Baden und die südliche französische Zone, die (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern umfasste. Ab 1948 trieb der württemberg-badische Regierungschef Reinhold Maier den Zusammenschluss dieser drei Länder voran. Und das Treffen zu einer ersten Annäherung - das fand auf den Hohenneuffen statt.

Dass die Wahl ausgerechnet auf den Hohenneuffen fiel, war kein Zufall: Der weite Blick in den angestrebten Südweststaat sollte allen Beteiligten vor Augen führen, dass die Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone ein Konstrukt war, das trennte, was eigentlich zusammengehörte. Weitere Konferenzen und Treffen folgten. Am 9. Dezember 1951 kam es zur Volksabstimmung. Im folgenden Jahr konnte das Land Baden-Württemberg gegründet werden.

Die Dreiländerkonferenz bedeutet für den Hohenneuffen ein neues Kapitel von historischer Bedeutung, das in der Gegenwart spielt. Heute ist der Hohenneuffen ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kulturtouristen. Seit 2017 gehört die Festungsruine zu den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Seit diesem Jahr gibt es regelmäßige Führungen für alle, die mehr über die bewegte Geschichte der größten Festungsruine der Schwäbischen Alb erfahren möchten. Sie finden von April bis Oktober immer samstags, sonntags oder feiertags um 15 Uhr statt. pm

Info Für die öffentlichen Burgführungen ist keine Anmeldung erforderlich. Karten gibt es vor Beginn der Führung am Kiosk im oberen Burghof. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0 71 25/15 84 90.

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