Kirchheim

Gefahr durch Eschen, die umstürzen

Betriebsplan Revierförs­terin Carla Hohberger stellt das Forstjahr 2018 vor. Ein Überschuss von 20 000 Euro ist geplant.

Siegfried Rau bringt eine Esche zu Fall.
Archivbild: Markus Brändli

Kirchheim. Eine Baumart dürfte nahezu komplett aus Kirchheims Wäldern verschwinden: die Esche. Gegen das Eschentriebsterben gibt es kein Mittel. Revierförsterin Carla Hohberger schilderte jetzt im Finanz- und Verwaltungsausschuss einen drastischen Fall, den sie an der B 297 in Richtung Schlierbach erlebt hat: „Da gab es eine Esche, die ich im Vorjahr noch als stabil eingeschätzt hatte. Eines Morgens lag sie da. Zum Glück war sie nicht in Richtung Straße gefallen.“

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Hauptsächlich lasse es sich an der Krone erkennen, wie schlecht es um eine Esche bestellt ist: wenn sie wenig Laub hat, wenn die Äste langsam absterben und wenn sich krallenartige „Klebäste“ ausbilden. Am Stamm dagegen gibt es keine Anzeichen für drohende Gefahr: „Selbst wenn er schon komplett verfault ist, sieht man es dem Stamm von außen nicht an.“ Deswegen sollen in Kirchheim nach und nach alle Eschen fallen, die an Straßen und Wegen liegen und eine Gefahr darstellen könnten, wenn sie unerwartet umstürzen.

Raupen machen der Eiche nichts

Ein ähnliches Prinzip gilt beim Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner im Wald. Carla Hohberger: „Da machen wir normalerweise nichts. Irgendwo mitten im Wald stört das ja auch gar nicht. Dem Baum macht das überhaupt nichts aus. Es ist nur eine Gesundheitsgefahr für die Menschen.“ Genau deshalb werden die Raupen vor allem an Wegen bekämpft oder an Stellen, wo der Waldkindergarten unterwegs ist.

Was die „normale“ Forstarbeit betrifft, liegt in Kirchheim alles im Plan. Nach der Hälfte der Zeit sind gemäß der zehnjährigen Forsteinrichtung gut zwei Fünftel der Arbeiten erledigt: Geschlagen wurden von 2013 bis 2017 knapp 16 000 von 42 000 Festmetern. Die Ziele der Jungbestandspflege sind auf 60 von 150 Hektar erreicht.

2018 stehen 4 400 Festmeter an, überwiegend im Talwald und im Bergwald. Kleinere Mengen gibt es im Bettenhardt, noch kleinere im Ötlinger Wald und im Sterrich, dem Wald Richtung Reudern. Der Betriebsplan peilt wieder einen leichten Überschuss in Höhe von 20 000 Euro an.

Erfolgreich waren im laufenden Jahr die Pflanzaktionen mit Schulklassen. Auf einer Fläche in Nabern konnten 70 Grundschüler ihren eigenen Baum pflanzen. Im Talwald pflanzten Schüler der Freihof-Realschule an einem Tag 175 neue Bäume - auf einer Fläche, deren Bestand dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen war.

Was dagegen nicht geopfert werden soll, ist der einheitliche Ansprechpartner für Kommunen, was den Forst und die Holzvermarktung betrifft. Forstamtsleiter Anton Watzek stellte eine Lösung in Aussicht, die ab Juli 2019 greifen soll. Andreas Volz