Kirchheim

„Nazi-Gegenstände dürfen nicht unter den Hammer“

Protest Einige Aktivisten demonstrierten am Wochenende gegen das Kirchheimer Auktionshaus Thies.

Die Aktivisten vor dem Kirchheimer Auktionshaus. Foto: pr

Kirchheim. „Wollen Sie heute noch für 100 000 Euro eine Silberschatulle aus dem Privatbesitz von Adolf Hitler ersteigern?“ - Diese Frage des „attac“-Aktivisten Hans Dörr löst bei den Passanten in der Kirchheimer Fußgängerzone unterschiedliche Reaktionen aus. Doch wer mitbekommt, dass es dabei um die Versteigerung von Nazi-Devotionalien in Kirchheim geht, lässt sich durchaus auf ein Gespräch ein.

Für Max Blon, Stadtrat der Grünen und ebenfalls bei der Demo dabei, sind die Nazi-Gegenstände Symbole für ein gigantisches Menschheitsverbrechen. Heinrich Brinker, Stadtrat der Linken, ergänzt: „Wir veranstalten diesen kritisch-plakativen Spaziergang, weil Nazi-Devotionalien für uns keine normalen historischen Gegenstände sind.“

Der „kritisch-plakative Spaziergang“ der Aktivisten endete letztlich vor dem Grundstück des Auktionshauses Thies. Die Versteigerung, bei der auch Objekte aus anderen Epochen angeboten werden, fand allerdings nur teilweise als „Saalveranstaltung“ statt. Rein durfte nur, wer sich angemeldet hatte.

Kirchheims Oberbürgermeis­ter Dr. Pascal Bader distanzierte sich in einem Facebook-Beitrag von der Versteigerung des Kirchheimer Auktionshauses. Er schreibt: „Die Rechtmäßigkeit der Auktion wurde von verschiedenen Stellen seitens der Landesregierung geprüft. Die Landesregierung hat daneben die Stadtverwaltung Kirchheim gebeten, eine Untersagung der Versteigerung zu prüfen. Wir sind im Rahmen der rechtlichen Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass ein Verbot rechtlich nicht möglich ist. Gleichwohl möchte ich mich grundsätzlich vom Handel mit Gegenständen aus der Zeit des Nationalsozialismus deutlich distanzieren.“ pm

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