Kirchheim

Umfrage: Fasten ist nicht jedermanns Sache

Kirchheim. Wer zu viele Berliner oder Fasnachtsküchle verdrückt hat, verzichtet jetzt vielleicht auf Süßes, denn nach der Narrenzeit kommt die Fastenzeit. Doch wie ernst nehmen das die Menschen? Muss der, der gläubig ist, zwingend fasten? Bewusst und weniger essen ist nur der Ursprung des Brauchs. Doch man kann auf mehr verzichten: Plastik, Fernsehen oder das Rauchen. Der Teckbote hat sich in der Fußgängerzone umgehört und die Bürger befragt. Von Lena Bautze/Fotos: Carsten Riedl

Wer zu viele Berliner oder Fasnachtsküchle verdrückt hat, verzichtet jetzt vielleicht auf Süßes, denn nach der Narrenzeit kommt die Fastenzeit.
Die Grundidee vom Fasten findet Christian Pomplun gut: „Es ist richtig, wenn man ein Bewusstsein schafft für das, was man konsumiert. Er selbst fastet jedoch nicht. „Die Riten passen nicht in mein Leben“, erklärt er. „Ich ernähre mich seit zwei Jahren vegan und fühle mich damit vollkommen wohl.“
„Es braucht kein Fasten, wenn man sonst bewusst isst“, ist die Meinung von Kathi Baur. Sie selbst fastet nicht. Sie versuche immer, einen Mittelweg zwischen totaler Vernunft und Extremen zu finden. „Es ist doch viel besser, sich beispielsweise bewusst einmal am Tag vegan zu ernähren, als nur ein paar Wochen.“
„Fasten ist nicht freiwillig, der Glauben ist freiwillig. Doch wer glaubt, muss auch fasten“, ist die Meinung von Kazim Arziman. „In Deutschland ist es nicht üblich, zu fasten.“ Jetzt ist gerade der erste der drei heiligen Monate des Islam. „Im dritten ist Ramadan, und dann fasten wir.“ Nur nachts darf man dann essen und trinken.
Auf Fasten verzichten kann Hannelore Dörfel. „Ich versuche mich das ganze Jahr über gesund zu ernähren.“ Ein bis zwei Mal die Woche kommt bei ihr Fleisch auf den Teller. Neben einer gesunden Ernährung ist ihr auch Sport wichtig. Nur auf Schokolade kann sie nicht verzichten – „das könnte ich in Zukunft vielleicht versuchen.“
Auf Süßigkeiten verzichtet dagegen Isabell Müller. „Ich mach das schon, seit ich ein kleines Kind bin, immer zur Fastenzeit.“ Schwer fällt es der Schülerin nicht mehr, bis Ostern nichts zu naschen. „Früher war es schlimm, aber man gewöhnt sich daran. Außerdem esse ich gar nicht mehr so gern etwas Süßes“, sagt sie lachend.
Anzeige