Kirchheimer Umland

27-Jähriger erhält eine letzte Chance

Drohung Mann krönt seine „Karriere“ als Drogenkonsument und Straftäter mit brutaler Todesdrohung gegen Kirchheimerin.

Gericht
Symbolbild

Kirchheim. Der junge Mann auf der Anklagebank der 38. Strafkammer am Stuttgarter Landgericht sieht recht smart und unschuldig aus, hat es aber offenbar faustdick hinter den Ohren: In seinem Fall geht es um eine brutale Todes-Drohung in Kirchheim gegen eine Frau im Flur eines Mehrfamilienhauses.

Anzeige

Vor gut einem Jahr soll der 27-Jährige ohne Grund gedroht haben: „Ich bring euch alle um und stecke das Messer in euch!“ Damals stand er unter Bewährung - das Amtsgericht Kirchheim hatte ihn zu einem Jahr und drei Monaten Haft wegen Drogenbesitzes verurteilt. Er hatte mit einem Freund eine Cannabis-Zuchtanlage aufgebaut mit 43 Setzlingen und der Ernte von 193 Gramm Drogen.

Daher sah das Kirchheimer Amtsgericht in dem Bedrohungsfall kein Kavaliersdelikt und verurteilte ihn zu drei Monaten Haft, jetzt als deutliche Warnung ohne Bewährung. Der Verurteilte legte dagegen Berufung ein, sodass sich jetzt die 38. Strafkammer am Landgericht Stuttgart mit der Sache befasst. Als Entschuldigung für seine Drohung meinte der 27-Jährige, man habe ihn falsch verstanden. Ansonsten tue ihm der Satz leid und er versichere, dass er der Frau, die er so wüst bedroht habe, nichts antun werde. Pech nur für ihn, dass auch die Staatsanwältin Berufung einlegte, mit dem Ziel einer höheren Strafe, die dann auch zu verbüßen wäre. Dazu käme dann auch noch der Vollzug der Bewährungsstrafe - und einer weiteren offenen Strafe wegen sexuell motivierter Nötigung.

Einen Hoffnungsschimmer sieht die Strafkammer für den 27-Jährigen, der zudem mit 50 000 Euro wegen Autokauf, Handykosten und Wohnungsrenovierung verschuldet ist: Als Gelegenheits-Drogenkonsument und mehrfacher Straftäter muss er sich einer streng angeordneten ambulanten psychiatrischen Therapie unterziehen. Dann könne man die neuerlichen drei Monate Haft nochmals aussetzen. Ein Vorschlag, mit dem alle einverstanden waren. Die letzte Chance sozusagen. Der 27-Jährige will sie nützen. Das Urteil soll nächste Woche gesprochen werden. Bernd Winckler