Kirchheimer Umland

Bildung als Erlebnis

Tag der offenen Tür des Pädagogischen Fachseminars rund um das Kirchheimer Schloss

Unter dem Motto „Bildung ist Zukunft“ präsentierte sich das Pädagogischen Fachseminar bei einem Tag der offenen Tür. Den zahlreichen Besuchern wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten.

Kirchheim. Seit nunmehr über 90 Jahren gibt es das Pädagogische Fachseminar (PFS) in Kirchheim als Lehrerausbildungsstätte. Der Abschluss befähigt die Fachlehrerinnen und Fachlehrer dazu, an verschiedenen Schularten zu arbeiten. Die Landesregierung plant, die Ausbildungsdauer von derzeit zwei Jahren auf drei Jahre zu verlängern. Dadurch soll den neuen und erweiterten Herausforderungen in der Bildungslandschaft besser Rechnung getragen werden.

Eröffnet wurde der Tag der offenen Tür im Schlosshof von der Klasse 7c der Freihofrealschule zusammen mit einer PFS-Band mit „Atemlos“. Der stellvertretende Seminarleiter, Klaus Buck, hob in seiner Begrüßung die Musik als Beispiel gelebter Kooperation hervor und bedankte sich herzlich bei den Mitwirkenden für ihren schwungvollen Beitrag. Zum Thema „Kooperation“ stellte er zwei Teilnehmerinnen der Projektinitiative „Kochen mit Migranten“, aus Pakistan und Sri Lanka vor, die den weitesten Weg nach Kirchheim hatten. Die große Zahl an Ehrengästen, die Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz und Karl Zimmermann, die zuständige Referentin am Regierungspräsidium Dr. Corina Schimitzek, sowie ehemalige Leiterinnen und Leiter des PFS, war Ausdruck der Wertschätzung der Arbeit des PFS.

Nach Wochen intensiver Vorbereitung warteten nun Ausstellungen und Dokumentationen, Aufführungen und Mitmach-Aktionen auf die zahlreichen Besucher. Zentrales Veranstaltungsforum bildete dabei der Schlosshof: Eine Formation, fächerübergreifend besetzt aus Musikern, Bildenden Künstlern und Sportlern, bot eine fulminante musikalische Show mit großen Hits. Eine Schülerband, die „PengPenz“, – im Rahmen des Wahlprofils „Kulturelle Bildung“ entstanden – sorgte für musikalischen Schwung. Eine Gruppe ausgewählter Sportlerinnen und Sportler bot einen perfekt choreografierten Showtanz, eine andere PFS-Projektgruppe tanzte mitreißend zum live gesungenen Hit „Lollipop“ quer durch den Schlosshof. Gute Laune verbreitete auch der Seminarchor bei einer „Mitsingaktion“ in der Kutschenhalle des Schlosses. Zusammenarbeit über die Fachbereiche hinweg, aber auch mit anderen Bildungspartnern, wird am Seminar großgeschrieben. So bewirtete die Schülerfirma der Gotthard-Müller-Schule aus Filderstadt die Anwesenden mit selbst gebackenen Kuchen. Die SLV (schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt) Fellbach kooperierte mit dem PFS bei einem Schweißprojekt. Die Arbeit im Projekt „life‘ n‘rhythm“ an der Freien Evangelischen Schule in Holzgerlingen wurde dokumentiert.

Besondere Aufmerksamkeit erzielte das Projekt „Kulinarische Begegnungen“, mitinitiiert von zwei Fachlehreranwärterinnen, Hilal Mercan und Tatjana Tursi. Unter einem, von einer anderen Gruppe gebauten Zeltpavillon, wurden kulinarische Köstlichkeiten angeboten, von fünf Frauen, die ihre Heimat verlassen mussten. Dabei wurde auch ihr Weg aus dem jeweiligen Herkunftsland (Sri Lanka, Irak, Kamerun und Pakistan) dokumentiert.

Sehr gut besucht waren auch die im Marstall untergebrachten Räume mit köstlichen Ergebnissen aus der Pralinenherstellung, Demonstrationen zu Steuer – und Regelungsprozessen im Technikunterricht oder zum neuen Bildungsplan. Es gab dort auch Taschen aus Kaffeetüten sowie aus Beton angefertigte Möbel und Objekte zu bewundern. Abgerundet wurden diese Eindrücke durch eine Ausstellung ausgewählter Bilder von angehenden Kunstlehrern, einer Siebdruckausstellung und einer Mitmachaktion, Life-Kinetik oder Geocaching durch Kirchheim, sowie Angeboten aus dem Bereich der Kräuterkosmetik und der Imkerkunst.

Wem nach etwas Ruhe zumute war, der besuchte die Beete im Bastionsgarten, absolvierte einen entspannten Lauf im „Sinnesgarten“, ließ sich von der Outdoorküche oder mit einem Bioeis verwöhnen, oder verfolgte die gelungenen Videodokumentationen in einem der PC-Räume. Sehr gut kam auch die Aktion „Germany‘s next tophat!“ im „Fotostudio“ des Wirtschaftslehre/Informatikbereichs an, bei der fantasievolle Hüte, Brillen und andere Accessoires für originelle Bilder sorgten. Abschließend dankte der Leiter des Seminars, Direktor Josef Zeiss, allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen hatten für ihren großartigen Einsatz.wm

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