Kirchheimer Umland

Der Charme des Überschaubaren

Auftakt Der Kirchheimer Weihnachtsmarkt ist eröffnet. Budenzauber gibt es wieder mitten in der Innenstadt, in der Max-Eyth-Strasse rund ums Kornhaus und vor der Martinskirche. Von Günter Kahlert

Die Stimmung auf dem Kirchheimer Weihnachtsmarkt ist gelassen.Foto: Günter Kahlert
Die Stimmung auf dem Kirchheimer Weihnachtsmarkt ist gelassen.Foto: Günter Kahlert

Das kann man sich kaum vorstellen: Es ist Weihnachtsmarkt und es gibt keine Dauerbeschallung mit „Last Christmas“, „Jingle Bells“ oder alle den anderen einschlägig Verdächtigen aus der Ecke „Christmas Pop“. In Kirchheim geht so was, und ehrlich gesagt, es ist angenehm. „Genau so ist es auch gewollt“, erklärt Reinhard Segatz, Veranstalter des Kirchheimer Weihnachtsmarktes. Es passt auch gut in das Gesamtbild der Kirchheimer Veranstaltung: überschaubar, es gibt kein Geschubse und Gedränge, die Besucher scheinen die nötige Gelassenheit mitzubringen.

Gut, das mit der „Eröffnung“ am Samstag war so eine Sache. Punkt 16 Uhr geschah: nichts. „Die Oberbürgermeisterin wollte da sein, war dann aber kurzfristig verhindert“, bedauert Reinhard Segatz. Aber der Weihnachtsmarkt war ohnehin schon seit 11 Uhr geöffnet, die Besucher genossen die Stände und das Ambiente auch ohne offiziellen Startschuss.

Erleichterung bei den Händlern: Der Weihnachtsmarkt hat seinen Standort wieder gewechselt. Vom Rollschuhplatz mitten in die Stadt, rund ums Kornhaus. Obwohl die Distanz zum Martinskirchplatz im Grunde relativ klein ist, war der Rollschuhplatz offenbar doch zu abgelegen. Reinhard Segatz: „Die Besucher mussten gezielt auf den Weihnachtsmarkt gehen, jetzt haben wir auch die ganz normale Laufkundschaft, die sowieso in der Innenstadt ist.“ Manche Händler hätten am vorherigen Standort auch nicht mehr mitgemacht, so kann man das zumindest in diversen Gesprächen heraushören.

Ansonsten hat der Kirchheimer Weihnachtsmarkt alles, was so eine Veranstaltung braucht: Weihnachts-Deko in vielen Variationen, Holzspielzeug, Weihnachtsgebäck, Bastelarbeiten, Wärmendes für Kopf und Hände, Keramik, ein Kinderkarussell, altes Blechspielzeug und vieles mehr. Für die Besucher sind viele Händler wie alte Bekannte, manche verkaufen schon seit 20 Jahren hier. Da gibt‘s natürlich so was wie Stammkundschaft, man trifft sich jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Unter den Händlern herrscht entspannte Kollegialität. Man kennt sich seit Langem, hilft sich gegenseitig und genießt auch mal gemeinsam einen Glühwein nach dem langen Markttag.

Der Schwerpunkt auf Handwerklichem ist Reinhard Segatz wichtig. „Wir wollen hier keine ´Essmeile´ aufmachen“, erklärt er das Konzept, obwohl es für den Betreiber des hiesigen „Hirschgartens“ vom Umsatz her interessant wäre. Aber das passt seiner Meinung nach eben nicht zum Weihnachtsmarkt. Natürlich gibt´s Glühwein und gebrannte Mandeln, Rote Wurst, Maultaschen, Raclette und Flammkuchen, auch ein Foodtruck mit Burgern steht vor dem Kornhaus. Aber das war‘s dann auch schon, reicht ja auch für einen Happen und einen Schluck zwischendurch.

Infos

Der Markt ist bis zum 18. Dezember täglich ab 11 Uhr, sonntags ab 11.30 und jeweils bis 20 Uhr offen. Ein perfekter Einstieg ist das tägliche Märchen mit Frau Holle um 17 Uhr am Rathaus. Da gibt es garantiert auch glänzende Kinderaugen. Nach dem Glühwein gibt‘s glänzende Augen vielleicht auch bei manchen Erwachsenen .gk

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