Kirchheimer Umland

Klimawandel sorgt für ein Umdenken

Waldbetriebsplan Fachleute berichten dem Notzinger Gemeindrat über die aktuelle Situation des Waldes.

Zunehmende Wetterextreme wie Stürme und Trockenheit sowie Insektenbefall machen dem Wald zu schaffen. Symbolbild

Notzingen. Eine deutlich veränderte Situation im Wald, bedingt durch zunehmende Wetterextreme wie Stürme und Trockenheit sowie durch Insektenbefall seien in den letzten drei Jahren im Kreis zu beobachten, erklärte der stellvertretende Forstamtsleiter Dr. Johannes Fischbach-Einhoff. Das ist im Notzinger Gemeindewald nicht anders, wie die anschließenden Ausführungen von Revierförster Albrecht Schöllkopf zeigten. Bei der Gemeinde Notzingen ist mit Start 2013 im Rahmen eines Zehnjahresplans ursprünglich ein Gesamteinschlag von 4700 Festmetern vorgesehen. Der tatsächliche Einschlag muss allerdings immer wieder an die aktuelle Situation angepasst werden. So auch im laufenden und im kommenden Jahr. 2020 werden es laut Albrecht Schöllkopf 742 Festmeter. „Die planmäßige Nutzung beträgt dieses Jahr 307 Festmeter, die zufällige Nutzung - sprich, was aufgrund von Stürmen, Hitze, Trockenheit, Insekten- und Pilzbefall oder sonstigen außerplanmäßigen Fällarbeiten dazukommt - liegt bei 435 Festmetern“, erläuterte der Revierförster. Im kommenden Jahr kalkuliert Albrecht Schöllkopf mit 375 Festmetern, „wir rechnen zudem wieder mit einer zusätzlichen zufälligen Nutzung.“ Die Tendenz sei steigend.

Fichten machen Probleme

Der Nutzungsplan für 2021 sieht im Bereich Alter Winkel eine Durchforstung des Eichenbestands vor. Gefällt werden sollen Buchen und Hainbuchen. Entfernt werden im Zug des allgemein verbreiteten Eschentriebsterbens auch Eschen. Im Eichert steht eine Laubholzdurchforstung mit einem Einschlag von 120 Festmetern an. Ebenfalls auf drei Hektar und mit 120 Festmetern wird in der Abteilung Reuterhau ein Fichtenbestand durchforstet. Um die Fichte geht es ebenso im Bereich Lehmgrubenhau. Diese Fällarbeiten mussten aufgrund eines Borkenkäferbefalls schon jetzt ausgeführt werden.

Ganz wichtig war dem Revierförster zu betonen, dass nur gepflanzt werde, wenn keine Naturverjüngung vorhanden oder zu erwarten sei. Teils gehe es so nur um ergänzende Pflanzungen. So etwa 2021 im Reutherhau, durch Sturm und Insektenbefall entstanden dort größere Freiflächen. Aufgeforstet wird mit 250 Douglasien als Fichtenersatz: „Die Douglasie kommt mit Trockenheit besser zurecht und ist zudem kein Ziel des Borkenkäfers“, erklärte Albrecht Schöllkopf die Sortenwahl. Bergahorn werde zudem als Ergänzung zur Naturverjüngung gepflanzt. Im Brühl sollen 750 Eichen gepflanzt werden, die die dieses Jahr einem Sturm zum Opfer gefallenen Fichten ersetzen. Im Lehmgrubenhau sind 450 Douglasien, 125 Hainbuchen, 100 Spitzahorn, 50 Erlen und 25 Linden eingeplant. Katja Eisenhardt

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