Kirchheimer Umland

„Mäppchen und Stifte fehlen“ Nachgefragt

Helfen ist nicht immer ganz einfach. Es funktioniert jedoch am besten bei guter Vernetzung. Die Flüchtlingskinder bekommen beispielsweise einen Stadtpass.

„Starkes Kirchheim“ kümmert sich um benachteiligte Kinder. Wie werden Sie aufmerksam auf Kinder, die Unterstützung brauchen?

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CHRISTINE MARIN: Es fällt auf, wenn Kinder bei gewissen Unternehmungen der Schule nicht dabei sind, wenn sie an manchen Maßnahmen nicht teilnehmen, oder dass ein Kind sich die Fotomappe nicht kaufen kann. Wenn es nicht mit zum Mittagessen geht. Da sind vor allem die Lehrer und Betreuer in der Kernzeit hellhörig. Und die sprechen dann die Kinder an. Das ist natürlich ein sensibles Thema, weil das ja keiner gern offen zugibt, aber dann geben sie den Kindern mal eine Broschüre mit und helfen denen auch, das auszufüllen. Ich gehe davon aus, dass es auch eine Dunkelziffer gibt von denen, die sich nicht helfen lassen wollen, die keinen Stadtpass besitzen, aber den nötig hätten. An die kommt man dann aber auch nicht ran.

Marin ist Sprecherin des Aktionskreises „Starkes Kirchheim“.

Wie geht die Stadt mit der Integration von Flüchtlingskinder ins gesellschaftliche Leben um?

HERBERT MÜLLER: Die Flüchtlingskinder bekommen genauso einen Stadtpass und die gleichen Leistungen wie die anderen Kinder. Wir haben Vorbereitungsklassen in der Alleenschule, im Freihof und in der Raunerschule. Da bekommt die Lehrerin einen kleinen Etat, mit dem sie zum Beispiel Hefte einkaufen kann oder Stifte und Mäppchen. Das ist das, was am Anfang einfach fehlt. Aber es gibt im Augenblick eigentlich gar nicht so viele Flüchtlingskinder, das sind überwiegend Erwachsene, die hier sind.

Müller wirkt im Haus der Sozialen Dienste als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Aktionskreis.