Kirchheimer Umland

Mehr Ruhe und neuer Krach

Umfrage: Was haben die Dettinger vom neuen Flüsterasphalt auf der B 465?

Freie Bahn durch Dettingen: Seit einer Woche fahren die Autos auf dem neuen Flüsterasphalt.Fotos: Jean-Luc Jacques
Freie Bahn durch Dettingen: Seit einer Woche fahren die Autos auf dem neuen Flüsterasphalt.Fotos: Jean-Luc Jacques

Seit rund einer Woche rollen Autos zwischen der Autobahnanschlussstelle Kirchheim und der Dettinger Ortsausfahrt auf nagelneuem Flüsterasphalt. Ist es nun ruhiger in Dettingen? Der Teckbote hat Menschen ­gefragt, die an der B 465 ­wohnen und arbeiten.

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Antje Dörr

Dettingen. Laut Timo Proksch, der im Goldmorgen direkt an der B 465 wohnt, sorgt der Flüsterasphalt für mehr Ruhe. Eine neue Lärmquelle sei allerdings hinzugekommen: Die Schwelle, an der der Flüsterasphalt endet. Dieser Übergang befindet sich nicht nach dem Dettinger Ortsausgang, sondern auf Höhe der letzten Häuser des Wohngebiets Goldmorgen. „Der Übergang war vorher nicht da, und man hört ihn“, sagt Timo Proksch.

Volker Sigel, der ein paar Häuser weiter wohnt, kann das bestätigen. „An der Schwelle macht‘s immer ‚klack-klack‘. Wir hören es nicht so, aber ganz vorne an der Straße wollte ich jetzt nicht wohnen. Das ist ganz schön nervig, vor allem nachts“, sagt er. Der Flüsterasphalt hat seiner Ansicht nach nichts gebracht. „Wir hören keinen Unterschied“, sagt Sigel.

Torsten Reuss, der in der Hindenburgstraße lebt, stellt mit viel Wohlwollen eine kleine Verbesserung fest. „Der Summton, der durch die rollenden Autos entsteht, ist vielleicht ein minimales bisschen leiser geworden“, sagt er. Viel hat sich für ihn und seine Familie durch den Flüsterasphalt nicht geändert. „Wir wohnen fast direkt an der Kreuzung. Bei uns dominiert das Startgeräusch, nicht so sehr das Fahrgeräusch“. Gestört hat ihn der Lärm auch vor der Sanierung nicht. Er habe gewusst, worauf er sich einlasse, als er an der B 465 baute. Warum die Straße erneuert werden musste, hat er nicht ganz verstanden. Viel wichtiger wäre ihm ein Motorradblitzer. „Wenn die wie gestört nach Owen fahren, ist das wahnsinnig laut“, sagt er.

Zwei Häuser weiter werkelt Reinhold Breier im Antiquitätengeschäft vor sich hin, das mittlerweile seinem Sohn gehört. Breier hört einen deutlichen Unterschied. „Es ist viel leiser geworden. Früher hat es mehr gerasselt“, sagt Reinhold Breier. Manchmal habe es „richtige Schläge getan“, wenn Lastwagen durch Schlaglöcher gefahren seien. „Gestern“, lacht er, „habe ich mich rausgesetzt, um eine Pause zu machen und bin eingeschlafen“. Das schiebt Breier jedoch nicht auf die neue Ruhe an der B 465, sondern auf sein Alter.

„Es wäre leiser, wenn sich die Leute an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden“, sagt Iris Krebs-Löw, die in der Teckstraße wohnt. Besonders schlimm sei die Raserei nachts. „Wenn die Ampeln aus sind, fahren die Leute einfach mit derselben Geschwindigkeit durch“. Die Motorräder seien am lautesten. „Die hört man im Sommer von der Autobahn bis Owen“. Deshalb hat Iris Krebs-Löw die Bauzeit, in der keine Autos fuhren, regelrecht genossen. „Wir haben auf der Straße Federball gespielt“, sagt sie und lacht.

Iris Krebs-Löw
Iris Krebs-Löw
Timo Proksch
Timo Proksch
Reinhold Breier
Reinhold Breier
Torsten Reuss
Torsten Reuss