Kirchheimer Umland

Postmoderne zeigt sich quicklebendig

Ausstellung Kurt Gminder widmet seine Schaffenskraft den Seherinnen, insbesondere Sibylle von der Teck. Sein „Sibyllentempel“ ist in der Galerie Diez in Dettingen zu sehen.

Der aus Kirchheim stammende Kurt Gminder vor seinen „Schätzen“ in der Galerie Diez.  Fotos: pr
Der aus Kirchheim stammende Kurt Gminder vor seinen „Schätzen“ in der Galerie Diez. Fotos: pr

In der Galerie Diez in Dettingen sind Werke zu sehen, die an das Wunderbare grenzen und in denen der Betrachter sich in eine andere Welt versetzt fühlen kann, mit Glanz, Glas und Lichtobjekten, die keinem anderen Zweck dienen als durch ihren Einfallsreichtum, die dem schöpferischen Geist Kurt Gminders innewohnt, zu entzücken. Die zahlreichen Gäste der Vernissage, die bis in die späten Abendstunden in der magischen Atmosphäre der Ausstellung blieben, waren allesamt begeistert von den verspielten und fantasievoll gestalteten Objekten und der Kulisse.

Die Galerie hat sich in einen Sibyllentempel verwandelt. Der ehemalige bildende Künstler Kurt Gminder aus Kirchheim widmet seine Schätze jenen hellsichtigen Sibyllen, deren Wohnsitz an den herausragendsten Orten war. Im regionalen Fall auf der Spitze der Teck. Seine Kunde: Die Moderne ist um die wahre transzendente Natur geneppt worden. Der Mensch soll brav folgen und dienen und wurde somit entfernt aus der Mitte der Erscheinungen. „Im so hoch gelobten Weisheitsbuch des Westens steht: Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen - zweites Buch Mose, Kapitel 22 - die Hexenverbrennungen waren also ,bibelfest‘“, sagt Kurt Gminder. Seither leben die Menschen aus seiner Sicht nicht mehr in einer zeitlos-ewigen Natur, die darum schon existiert, weil sie sich an ihre eigene Zukunft erinnert, sondern in einer Natur, die mit massiver Gewalt irgendwie aus dem Nichts gestampft worden sein soll. Inzwischen hat sich dieses materialistische Weltbild so verhärtet, dass Gegenbeweise, die es tatsächlich massenhaft gibt, und es ab und zu sogar in wissenschaftliche Magazine schaffen, einfach ignoriert, übersehen und totgeschwiegen werden. Vorbei sei die Erkenntnis eines alten Indianers, der sagte: „Die Mitte ist überall.“

Kurt Gminder legt nun seine persönlichen Wunder vor. Er will gar nicht mehr Künstler genannt werden. Nach dem Vierfach-Gau in Fukushima hat er gemerkt, dass es Wichtigeres gibt als all jenes so hoch gehypte „Menschenwerk“. Alles doch so künstliche Machwerk, das sowieso gegen die Natur nicht im geringsten „mithalten“ kann. Was er in die Galerie Diez nun gebracht hat, das wollen keine Kunstwerke sein, sondern sind seine „Schätze“, die er jenen hellsichtigen Frauen zu Ehren, ihnen zu Füßen darbringt. „So wie es über Jahrtausende der Brauch war. Vielleicht kommen sie dann eines Tages wieder zurück und demonstrieren uns wieder live den wahren Zauber der transzendenten Natur“, sagt Kurt Gminder. wd

 

Info Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 1. April immer freitags von 17 bis 19 Uhr und samstags von 16.30 bis 18.30 Uhr oder auf Anfrage unter der Telefonnummer 01 52/34 36 15 30. Atelier-Galerie-Diez ist in der Kirchheimer Straße 85 in Dettingen zu finden.

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