Kirchheimer Umland

Schlierbachs gute Stube

Dorfwiesenhalle wurde nach einjähriger Generalsanierung wiedereröffnet

Nach einer knapp einjährigen Umbauzeit erstrahlt die Schlierbacher Dorfwiesenhalle in neuem Glanz. Rund 1,5 Millionen Euro hat die Gemeinde in die Halle investiert – das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Zahlreiche Bürger strömten in die umgebaute Dorfwiesenhalle.Foto: Volkmar Schreier
Zahlreiche Bürger strömten in die umgebaute Dorfwiesenhalle.Foto: Volkmar Schreier

Schlierbach. Dass das Interesse so groß sein würde, damit hatte die Gemeindeverwaltung wohl nicht gerechnet: Als gegen 19 Uhr immer mehr Besucher durch das frisch renovierte Foyer der Dorfwiesenhalle strömten, setzte bei Bürgermeister Paul Schmid und seinen Mitarbeitern große Geschäftigkeit ein. Noch mehr Stühle mussten herangeschafft und aufgestellt werden, sodass die Halle am Ende fast vollständig bestuhlt war.

Viel ist geschehen, seit mit den Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr begonnen wurde: Der alte Sanitärtrakt an der Westseite der Halle musste einem Neubau weichen. Heizung, Lüftung und Elektrik sind neu. Darüber hinaus hat die komplette Halle eine Wärmedämmung erhalten. Der Hallenraum selbst und das Foyer wurden deutlich aufgewertet: In der Halle selbst dominieren nun helle Farben, die Wandverkleidung wurde akustisch optimiert und die Bühne renoviert. Dazu kamen eine neue Beleuchtungs- und eine moderne Beschallungsanlage. Das Foyer wiederum hat einen Windfang erhalten und hat durch seinen neuen Bodenbelag und helle Farbe an Decken und Wänden einen neuen einladenden Charakter bekommen.

„Es war die pure Notwendigkeit, die abgenutzte Halle wieder auf den Stand zu bringen“, meinte Bürgermeister Schmid in seinem Grußwort. Er blickte nochmals auf die nun schon lange währende Entstehungsgeschichte der Sanierung zurück. Ausgangspunkt sei 2007 die Feststellung gewesen, dass zumindest an den sanitären Anlagen, Duschen und Umkleiden Handlungsbedarf bestehe, so Schmid. Doch die Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010 hatte dann dafür gesorgt, dass die Pläne zunächst auf Eis lagen.

Als dann die Gemeinde finanziell wieder den notwendigen Spielraum gehabt habe, sei die Diskussion über das weitere Vorgehen in Sachen Halle im Gemeinderat und mit den Vereinen wieder aufgenommen worden. „Mit der Dauer der Diskussion stiegen dann auch die Kosten“, sagte Schmid. Am Ende stehen nun eine generalsanierte Halle und Gesamtkosten von knapp über 1,5 Millionen Euro.

Bürgermeister Schmid lobte ausdrücklich die vielen Handwerker, die trotz des engen Bauzeitenplans nun termingerecht mit den Arbeiten fertig geworden sind. „Bis heute Nachmittag sind hier tatsächlich noch die Handwerker herumgerannt, um fertig zu werden.“ Nicht verheimlichen wollte Schmid im Rückblick, dass es zwischen Bauherr, Gemeinderat, Architekten und Planern auch mal heftig zur Sache gegangen sei. „Aber das ist ja normal, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Als gute Stube Schlierbachs bezeichnete der Bürgermeister die Dorfwiesenhalle – und hatte eine Bitte an die Bürger: „Behandeln Sie die Halle bitte so, wie Sie Ihre gute Stube behandelt wissen wollen.“

Mit einem Rückblick in die eigene Geschichte wandte sich anschließend Architektin Monika Kern an die Anwesenden. Als gebürtige Schlierbacherin habe sie persönliche Erinnerungen an die Dorfwiesenhalle, zum Beispiel an den Schulsport. Früher, mit der fast bodentiefen Verglasung, habe es immer gescheppert, wenn ein Ball dagegen geflogen sei. Das Ergebnis der Sanierung sei alle Anstrengungen wert gewesen. „Die Halle ist für die kommenden Jahre gut ausgestattet.“

Für die Schlierbacher Vereine dankte Peter Rapp der Verwaltung und dem Gemeinderat für die Entscheidung, die Halle zu sanieren. Schlierbach sei nun in der tollen Situation, gleich über zwei attraktive Hallen zu verfügen.

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