Kirchheimer Umland

Siggi Pöschls herzliches Ade

Gemeinderat Stühlerücken bei der FDP/KiBü: Nach 22 Jahren verabschiedet sich Siegfried Pöschl aus dem Kirchheimer Ratsgremium. Ihm folgt Renata Alt. Von Andreas Volz

Siegfried Pöschl hat sich nach 22 Jahren aus dem Kirchheimer Gemeinderat verabschiedet. Seinen Platz für die FDP/KiBü-Liste nimm
Siegfried Pöschl hat sich nach 22 Jahren aus dem Kirchheimer Gemeinderat verabschiedet. Seinen Platz für die FDP/KiBü-Liste nimmt nun Renata Alt ein.Foto: Jean-Luc Jacques

Siegfried Pöschl hat sich aus dem Kirchheimer Gemeinderat verabschiedet. Bei ihm kann man es kaum glauben kann, dass er dem Gremium jetzt nicht mehr angehören soll, und bei ihm möchte man auf jeden Fall zur Vergewisserung nachschauen, ob er nicht doch noch versehentlich auf der Inventarliste des Gemeinderats weitergeführt wird. So sehr hat er eben in den vergangenen 22 Jahren dazugehört.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker schilderte „Siggi“ Pöschl als einen, der immer aufrecht für seine Meinung eingetreten sei und der stets einen offenen Umgang mit der Verwaltung und den Ratskollegen gepflegt habe. In seiner Geradlinigkeit war er als Gemeinderatsmitglied konsequent, denn: „Wenn Ihnen jemand oder etwas nicht gepasst hat, dann haben Sie das auch offen gezeigt.“

Mit großer Freude habe Siegfried Pöschl im Juni 1994, als er zum ersten Mal für die CDU in den Gemeinderat gewählt worden war, das Wahlergebnis im Rathaus zur Kenntnis genommen – um gleich wieder umzudrehen und an einem anderen Ort zu feiern. Mit seiner fröhlichen und umgänglichen Art sei es ihm auch gelungen, den Gemeinderat außerhalb des Sitzungssaals zusammenzubringen: „Legendär sind die von Ihnen organisierten Ski- und Wanderausfahrten des Rats und der Verwaltung.“

In 22 Jahren als Stadtrat hat Siegfried Pöschl das öffentliche Leben mitgeprägt und mitgestaltet. Es gab in dieser Zeit so gut wie keinen Gemeinderatsausschuss, in dem er nicht irgendwann einmal Mitglied war. Eine besondere Verbindung attestierte ihm die Oberbürgermeisterin zum Abwasser, als Mitglied des Zweckverbands Gruppenklärwerk, und zum Nutzwasser – als derjenige, dessen Firma über Jahre hinweg für die Hausanschlüsse in Kirchheim zuständig war. Privat habe er sich für den Sport engagiert – Fußball, Skifahren, Tennis, Golfen – sowie als BDS-Mitglied für den Wirtschaftsstandort Kirchheim.

Seine Karriere im Gemeinderat habe auch keinen Knick erlitten, als er 2009 plötzlich für die Liste der FDP/KiBü kandidierte. Angelika Matt-Heidecker bedauerte es sehr, dass Siegfried Pöschl nun seinen Abschied nahm. Nach 22 Jahren, und aus gesundheitlichen Gründen, sei dieses Ausscheiden aber durchaus legitim.

Siggi Pöschl selbst dankte allen für „eine wunderschöne Zeit“. In Richtung Verwaltung bemerkte er leicht flapsig: „In 22 Jahren habe ich schon alles durchgemacht, was da vorne sitzt.“ Zu den Kollegen sagte er offen und herzlich: „Fraktionen waren mir eigentlich egal. Für mich waren es lauter Kumpels.“ Besonders wichtig war ihm der respektvolle Umgang miteinander, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: „Es ging immer um das Beste für unsere Stadt.“

Auch ihm sei der Entschluss, jetzt aufzuhören, nicht leicht gefallen. Aber es war wohl richtig: „Gesundheitlich bedingt habe ich leider die letzten anderthalb Jahre oft gefehlt.“ Die FDP/KiBü sieht er im Gemeinderat weiterhin gut aufgestellt. Seine Nachfolgerin Renata Alt sorge gemeinsam mit Ulrich Kreyscher dafür, „dass es mit dem liberalen Gedankengut in Kirchheim richtig weitergeht“. Sprach‘s – sichtlich bewegt –, winkte noch einmal fröhlich und verschwand.

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