Lenninger Tal

BUND lehnt Bauland „Lüxen“ ab

Wohnungsbau Die Umweltorganisation will die Natur um Brucken schützen. Mit einem Brief protestiert sie.

Im Bruckener Gewann „Lüxen“ sollen Wohnungen gebaut werden. Luftbild: Werner Feirer
Im Bruckener Gewann „Lüxen“ sollen Wohnungen gebaut werden. Luftbild: Werner Feirer

Lenningen. Der BUND hat sich in einem Schreiben an den Lenninger Bürgermeister Michael Schlecht kritisch zum geplanten Wohnbaugebiet im Gewann „Lüxen“ in Brucken geäußert. Das zwei Hektar große Wohnbaugebiet liegt im Streuobstgürtel zwischen Siedlungsfläche und Wald. Der BUND Kirchheim lehnt eine Ausweitung der Siedlungsfläche in derart sensiblen, unmittelbar an das Vogelschutzgebiet „Mittleres Albvorland“ grenzenden Flächen aus mehreren Gründen ab.

Grundsätzlich ist der BUND Kirchheim und Umgebung bei fehlender Diskussion und Festlegung von Obergrenzen der Überbaubarkeit seit vielen Jahren gegen die Neuausweisung von Baugebieten im Außenbereich. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der Zuwanderungswelle in den Jahren 2015 und 2016. Die werde von der Baulobby als Vehikel für eine großzügige und vor dem Hintergrund des Flächenverbrauchs nicht zu verantwortende Ausweisung von Bauflächen genutzt. Umweltverträglichkeit und nachhaltige Entwicklung bedeuten für die Naturschützer gerade auf kommunaler Ebene und trotz Bevölkerungsdruck die Vermeidung von weiterem Flächenverbrauch.

Zauneidechsen unter Druck

Das geplante Baugebiet würde den Druck auf gefährdete und in ihrem Bestand vielfach bedrohte und geschützte Tierarten erhöhen. Dies betrifft im Gebiet „Lüxen“ besonders Zauneidechsen, verschiedene Fledermausarten und Vogelarten wie beispielsweise den Grünspecht, denen nicht nur das unmittelbar anliegende Vogelschutzgebiet, sondern auch dessen Umfeld als Lebensraum dient. Gerade die mobilen Tierarten benötigen einen Puffer zwischen Bebauung und Schutzgebiet.

Der BUND ist überzeugt, dass neben der Attraktivität des Naherholungsraumes, auch die Attraktivität des Wohnraums in Lenningen und damit die Lebensqualität der Bürger an die Erhaltung der prägenden Landschaft gebunden ist. „Landschaftliche Qualität ist in der Regel nicht unmittelbar in Zahlen auszudrücken.“ Trotzdem müsse diese Qualität im politischen Entscheidungsprozess der Kommune berücksichtigt werden, so der Appell an die Gemeinde. pm

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