Lenninger Tal

Das Ausrufezeichen für den Mann

Unternehmen Viele modebewussten Herren tragen ein Produkt aus Owen um den Hals. Die Firma Akzente, feine Krawatten Frank Müller besteht seit 20 Jahren – und das wurde gebührend gefeiert. Von Iris Häfner

Eine Kravatte besteht aus drei Teilen. Foto: Akzente

Sie ist farbig oder uni, rosa oder rot, gepunktet oder gestreift, breit oder schmal - und genau genommen vollkommen überflüssig: die Krawatte. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist sie ein Statement. Frank Müller nennt keine 30 Stück sein Eigen. Das verwundert, denn er könnte aus dem Vollen schöpfen, da sich bei ihm alles um dieses typische Accessoire für den Mann dreht. Seit 20 Jahren besteht seine Firma Akzente, feine Krawatten. Begonnen hat alles recht bescheiden in den heimischen vier Wänden bei Waldenbuch. In Owen ist das Unternehmen seit 2000 heimisch, da es in diesem Zeitraum stark gewachsen ist. „Wir fühlen uns hier auf dem Campus sehr wohl“, sagt Andrea Müller. Das schließt auch den weißen Boxer Diaz mit ein. Das imposante Tier begrüßt die Kunden und kann in fast jedem Büro ein Hundekissen sein Eigen nennen.

In der einstigen Spinnerei der Firma Leuze ist nun im Gewerbepark ein Unternehmen zu Hause, das die textile Vergangenheit weiterleben lässt. Krawatten haben auch in der Familie von Frank Müller eine Firmentradition. Von Hamburg hat es ihn mit seiner Frau in den Süden verschlagen, um in eigener Regie seiner Passion freien Lauf lassen zu können. „Krawatten sind Anhängsel“, sagt Frank Müller schnörkellos und mit einem Augenzwinkern. Bewusst hat er sich deshalb für den Firmennamen Akzente entschieden. „Die Krawatte ist der Mittelpunkt des Mannes. Er hat wenig, um sich zu personalisieren. Die Kleidung für ihn ist doch sehr uniformiert“, sagt der Unternehmer, der sich an diesem Tag für eine gestrickte Streifen-Variante entschieden hat.

Bei seinen Produkten setzt er auf Qualität und faire Preise. Dies gilt auch bei der Produktion. Die Krawatten werden von 250 Näherinnen in Vietnam hergestellt, der Betrieb ist zertifiziert. Etwa 20 Minuten dauert es, bis eine Krawatte fertig ist. Sie besteht aus drei Einzelteilen. Der Stoff wird dazu mit einer Schablone auf das Muster abgestimmt geschnitten. In Owen sind 17 Mitarbeiter beschäftigt. Dort findet unter anderem die Qualitätskontrolle statt, und die Ware wird für die Kunden kommissioniert. Dazu kommen noch elf Außendienstler. „Der Kernmarkt ist Deutschland. Wir haben aber auch Kunden in Österreich, der Schweiz und den Niederlanden“, verrät der Chef.

Unter der Teck ist mit Frank Müller auch die Kreativabteilung zu Hause. Auf Messen orientiert er sich über die neuesten Trends und hat dabei auch die Hemdenmode im Blick. Neue Typen und Kragengrößen verlangen nach entsprechenden Krawatten. Die ist im Laufe der Jahre immer schmäler geworden. Drei Breiten gibt es bei Akzente. Die mit sieben Zentimetern ebbt ab, getragen wird sie bevorzugt von gestandenen Business-Herren. Die moderne Businesskrawatte kommt auf sechs Zentimeter, weil im Moment alles schlanker wird, einschließlich der Anzüge. So verwundert nicht, dass die jungen, sportiven Männer die Slimline-Variante mit fünf Zentimetern entdecken.

Jedes Land hat so seine eigenen Vorlieben. So mögen es beispielsweise die Engländer bunt und extrovertiert, während Russen andere Vorstellungen von Krawattenfarben haben - sie lieben es eher gedeckt. „Es gibt etwa 150 verschiedene Blautöne“, erklärt Frank Müller. Und dann ist da noch die kontinentale Verschiebung: Während die Streifen der europäischen Krawatten dem Deutsche-Bank-Logo gleich von links unten nach rechts aufsteigen, verläuft die Linie bei den Amerikanern gerade andersherum. „Der ,heute journal‘-Moderator Claus Kleber bringt sich von seinen Amerika-Aufenthalten immer mal wieder eine Krawatte mit. Wenn man einmal auf den Unterschied achtet, fällt es einem sofort auf“, sagt Frank Müller.

Über die Anfänge dieses Männerutensils gibt es verschiedene Varianten. Frank Müller nennt diese: Kroatische Soldaten haben während des 30-jährigen Krieges dekorative Halstücher getragen. Die Nationalitätsbezeichnung für Kroaten auf französisch lautet la croate und davon habe sich „Cravat“ abgeleitet. Seitdem gibt es die Krawatte in unterschiedlichen Ausprägungen, die Männer hielten an ihr fest. Und nicht nur an diesem Accessoire. „Das Thema Schleife ist ganz heiß. Die Krawatte ist kein Must-have mehr. Daimler-Chef Zetsche lebt momentan einen sehr lässigen Stil vor“, ist sich Frank Müller bewusst. Doch da die Krawatte nie weg war, blickt Frank Müller optimistisch in die Zukunft. Der Mann entdeckt gerade weitere Accessoires für sich: Einstecktücher und Hosenträger - die gibt es bei Akzente selbstverständlich auch.

Tipp Krawatten nie gebunden aufhängen, zum Erholen sollen sie sich aushängen können. Noch besser ist es, sie gerollt - etwa in der Schublade - aufzubewahren. „Das bekommt ihr ein bisschen besser“, sagt Frank Müller.

Zum Abschluss bekommt sie das Etikett verpasst. Foto: Akzente
Andrea und Frank Müller bei der Geburtstagsfeier ihrer Firma. Ihnen zur Seite steht Bruder Oliver Müller. Foto: Klaus Knuffmann
Andrea und Frank Müller bei der Geburtstagsfeier ihrer Firma. Ihnen zur Seite steht Bruder Oliver Müller. Foto: Klaus Knuffmann

Geburtstagsfeier mit 110 geladenen Gästen

Den Geburtstag 20 Jahre Firma akzente, feine Krawatten Frank Müller feierten die Inhaber groß mit 110 geladenen Gästen: Freunde, Verwandte, Kunden und Geschäftspartner. Am Nachmittag wurden den Gästen der Herstellungsprozess und die Krawattenkonfektion präsentiert, zudem konnten sie die Firmenräume besichtigen und das Team kennenlernen.

Feierlaune herrschte im Anschluss beim festlichen Abend-Event mit kulinarischen Highlights und musikalischer Begleitung durch „Jay & Friends“, bekannt aus dem Fernsehen. ih

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