Lenninger Tal

Kreis kümmert sich um Straßen

Bei 28 Prozent der Strecken besteht dringender Handlungsbedarf

Die Mitglieder des Kreistagsausschusses für Technik und Umwelt erfuhren im wahrsten Sinne des Wortes – und zwar bei einer Busrundfahrt – das Erhaltungs- sowie Um- und Ausbauprogramm des Landkreises für die Kreisstraßen im Zeitraum von 2016 bis 2019.

Kreis Esslingen. 110 Kilometer waren die Kreisräte unterwegs, um sich von Thorsten König, dem Leiter des Kreisstraßenbauamts, die Notwendigkeit von Bauvorhaben erklären zu lassen. Mit dabei war Landrat Heinz Eininger, der feststellte: „Der überwiegende Teil unserer Straßen ist in einem guten Zustand.“ Auch König bestätigte, dass die Hausaufgaben gemacht worden seien, was sich in den kommenden Jahren auszahle. Der Landkreis ist für insgesamt 194 Kilometer Kreisstraßen, 53 Kilometer Radwege und 52 Brücken zuständig. Das Programm ist so ausgelegt, dass jährlich rund 3,7 Millionen Euro gebraucht werden. Mehr Maßnahmen umzusetzen, erlaube schon die Mitarbeiterkapazität des Straßenbauamts nicht, erklärte König.

Die Prioritätenliste wurde erstmals mit einer automatischen Erfassung des Straßenzustands erstellt. Früher war die Beurteilung vom Augenschein und der Erfahrung von Ingenieuren abhängig. Nun wurden die Mängel bei einer Befahrung messtechnisch erfasst. In die Ingenieurleistungen und das Computerprogramm investierte der Kreis 45 500 Euro. Die Erfassung soll alle vier Jahre wiederholt werden, komme dann aber wesentlich günstiger, erläuterte König.

So bekomme man auch ein vollständiges Bild, wie sich der Zustand einer Straße verändert und wann man spätestens eingreifen müsse, um größere Schäden zu verhindern. Prognosen können sich auch als zu pessimistisch erweisen, sodass die Arbeiten geschoben werden können. „Die Investition in das Programm lohnt sich, können doch unsere Mittel effizienter eingesetzt werden“, betonte Landrat Eininger.

Nach der Erfassung gab es eine Bewertung gleich einem Schulnotensystem. Dabei wurde 54 Prozent der Straßen ein guter Zustand attestiert, 18 Prozent weisen kleinere, aber noch nicht dramatische Schäden auf, bei 28 Prozent besteht zeitnah Handlungsbedarf. Welches Projekt zu welchem Zeitpunkt in den nächsten vier Jahren in Angriff genommen wird, hängt jedoch nicht nur von der Note ab. „Wir müssen uns auch abstimmen mit Bauarbeiten der Kommunen, etwa, wenn diese neue Leitungen und Rohre verlegen wollen“, erklärte König. Auch mit Maßnahmen des Bundes sind einige Projekte zu koordinieren, zum Beispiel an der Bundesstraße bei Neckartenzlingen, auf die eine sanierungsbedürftige Kreisstraße stößt.

Die Sanierung der Ortsumfahrung und des Radwegs bei Unterensingen (im Jahr 2017), der Ausbau der K 1222 von Wolfschlugen nach Grötzingen (2018), die Sanierung der Ortsdurchfahrten Neckartailfingen (2019), Neckartenzlingen (2017) und Altdorf (2019) sind nur einige der Projekte, die der Landkreis Esslingen auf der Liste hat.

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