Lenninger Tal

Museumsfest mit Besucherrekord

Über 2 000 Besucher aus nah und fern kamen am Sonntag aufs Museumsgelände in Beuren

Das Beurener Freilichtmuseum war wieder einmal Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus der Region. Der Förder­verein Freilichtmuseum Beuren hatte sich für das schon zum 20.  Mal stattfindende ­Museumsfest wieder allerhand einfallen lassen. Das Festmotto lautete „Ich bin dabei“.

Holger Schweizer, aus der TV-Sendung „ARD-Buffet“ bekannter Floristmeister, gab Tipps.Foto: Rudi Fritz
Holger Schweizer, aus der TV-Sendung „ARD-Buffet“ bekannter Floristmeister, gab Tipps.Foto: Rudi Fritz

Beuren. Nicht zuletzt für Familien war das Museumsfest des Fördervereins ein lohnendes und abwechslungsreiches Ausflugsziel, in dem Jung und Alt auf ihre Kosten kamen. Überall im historischen Dorf in den Beurener Herbstwiesen gab es Neues und Spannendes zu entdecken.

Als einer der Publikumsmagneten erwies sich der von der Fernsehsendung „ARD-Buffet“ bekannte Holger Schweizer. Bereits ab 11.30 Uhr warteten die Besucher gespannt auf die um 13 Uhr vorgesehene Vorführung des Floristmeisters. „Hier wurden für mein letztes Jahr erschienenes Buch alle Aufnahmen gemacht“, erklärte Schweizer, „außerdem bin ich Fan von Beuren“, schob er sein Hauptmotiv für sein Kommen nach. Die Zuschauer bekamen von ihm dann Vorführungen und Tipps, wie aus Blumen aus dem eigenen Garten mit natürlichen Techniken Sträuße, Gestecke oder Kränze, die zu Hause einfach nachgearbeitet werden können, entstehen.

Wenn man dem Rundweg weiter folgte, warteten weitere zahlreiche Attraktionen auf die von den Machern Wolfgang Maier (Förderverein) und Steffi Cornelius (Museumsleiterin) in den Fokus genommenen Zielgruppen Familien und Großeltern mit Enkeln. Am Imkerstand schwirrte es nur so von Bienen. Museumsimker Matthias Maisch erklärte die Struktur eines Bienenvolkes. „Bienen haben eigene Wachen für ihr Volk. Wenn die Wachen aber zu schwach sind, wird das Volk von anderen Bienenvölkern überwältigt und ausgeräumt“, erklärte er unter anderem die Wichtigkeit der Wächter.

Beim Workshop „Korbflechten“ durften Klein und Groß eigene Körbe flechten. Nicht zu überhören war der Lanz Bulldog, der erstmals bei einem Museumsfest durchs Dorf ratterte. Am Zimmermannsstand durften die Gäste selber Hand anlegen und unter anderem mit einem Deichelbohrer ein Loch in einen Baumstamm bohren. So mühsam wurden vor über hundert Jahren unterirdische Wasserleitungen hergestellt.

Wesentlich filigraner ging es im Bauernhaus Aichelau zu, wo Seifenkugeln hergestellt wurden. Ob Ritter-, Königinnen- oder Prinzessinnenseife konnte jeder individuell entscheiden und sich so seine eigene Duftrichtung aussuchen. An die Arbeit im Steinbruch erinnert sah man sich am Stand des Steinmetzes. Ums Klöppeln, Nähen und Häkeln ging’s dann bereits am nächsten Stand.

Nicht nur für die vielen Kinder war das Hühnermemory eine hoch interessante Sonntagsaktivität. „Unsere Idee war, den Leuten so viele Hühnerrassen wie möglich zu zeigen“, erklärt der fürs Memory mitverantwortliche Tobias Wilde, Bundesfreiwilligendienstleistender im Freilichtmuseum. Mit GPS-Geräten und Meterstäben ausgestattet, mussten die Spielteilnehmer auf dem elf Hektar großen Gelände Informationen über die 13 verschiedenen Hühnerrassen sammeln, um am Ende Memory-Karten richtig zusammenstellen zu können. „Die meisten Hühner hier sind Zweinutzungshühner, die sowohl Eier legen als auch Fleisch ansetzen“, ergänzt Geflügelexperte Wilde.

Fürs leibliche Wohl sorgten außer der Museumsgastronomie das Backteam am Holzbackofen, ein Grill-, ein Crêpes- und ein Bauernhofstand. So konnten sich die Gäste dort von den Strapazen der vielen Mitmachaktionen stärken. „Uns hat es hier sehr gut gefallen, es gab viele nette Aktionen“, berichtete eine Familie aus Göppingen, die mit ihren Freunden aus Nürnberg erstmals dem Beurener Freilichtmuseum einen Besuch abstattete. „Wir freuen uns, mit über 2 000 Besuchern einen neuen Rekord beim Museumsfest erreicht zu haben“, zeigte sich Museumsleiterin Steffi Cornelius begeistert über den großen Zulauf.

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