Lenninger Tal

„Papa trägt den Rucksack“

Die Schwäbische Alb ist nach wie vor beliebtes Naherholungsgebiet für Jung und Alt

Ob an der Pfulb, der Teck oder dem Hohenneuffen: Die ­Schwäbische Alb ist nicht nur in den Sommerferien das Wanderziel schlechthin.

Dieter Braun, Hannover
Dieter Braun, Hannover

Lenningen. Wanderparkplätze gibt es genug. Dort treffen sich Mitglieder der Albvereine und Wanderfreudige, um zum Beispiel auf der Lenninger Alb frische Luft und die Stille zu genießen. Familien mit Kindern sind ebenfalls unterwegs. Da ist das Ziel jedoch, eine tolle Grillstelle mit Aussicht zu finden, um zwischen Streuobstwiesen und Burgen einen spannenden Tag zu erleben.

Anzeige

Dieter Braun ist aus Hannover gekommen: „Ich bin aus Bad Cannstatt und besuche mal wieder meine Heimat.“ Er liebt das Wandern, kann jedoch wegen der Gesundheit nicht mehr allzu große Strecken in Angriff nehmen. „So vier bis fünf Kilometer geht gut. Da freue ich mich, wenn ich dem Massentourismus entkomme und auf der Alb die Stille genießen und die Energie spüren kann.“ Er erinnert sich an seine Jugend und erzählt, dass sein Großvater Obstwiesen hatte und im Keller immer ein Fass mit Most stand. „Da war ich als Teenager dann ganz groß, wenn ich mit dem Opa heimlich den gärenden Apfelsaft probieren durfte. Vom Most will ich mir ein paar Flaschen mit nach Hause nehmen.“

Kornelia Lindh ist knapp 400 Kilometer von Barsinghausen in Niedersachsen ins Biosphärengebiet gefahren und stellt fest: „Auf der Schwäbischen Alb ist die Natur noch in Ordnung, die Landschaft ist harmonisch und die Streuobstwiesen gefallen mir sehr gut.“ Sie lobt die Unberührtheit der vielen Wiesen und Hügel. Sie will noch zwei Tage lang an verschiedenen Orten am Albtrauf wandern. „Danach geht’s über München wieder zurück in den Norden.“ Sie bedauert, dass die Ausschilderung mit braunen Schildern sehr dürftig ist. „Ich habe jetzt die vierte Landkarte gekauft, um die verschiedenen Wanderrouten zu finden.“ Da sie keine langen Strecken wandert, hat Kornelia Lindh nur eine kleine Tasche dabei. „Der Rucksack kommt erst bei längeren Touren auf den Rücken.“

Tom Schmauder aus Erkenbrechts­weiler, ist mit seiner Familie unterwegs. Sie gehen oft gemeinsam auf der Alb wandern, diesmal begleiten sie Freunde aus Wangen im Allgäu. Der Familienvater schwärmt: „Da wir am Albtrauf wohnen, zieht es uns immer wieder auf die sanften Hügel, und allen macht der Wandertag Spaß.“ Er genießt die Natur fernab vom üblichen Stress. Romy Schmauder ist eine seiner Töchter. Sie ist mit der Aussage ihres Papas nur teilweise einverstanden: „Manchmal muss ich mich schon überwinden, die Wanderschuhe anzuziehen und den Rucksack zu packen.“ Aber sie fügt an: „Das Ziel gefällt mir am besten, dort machen wir nach einigen Kilometern Rast und grillen auf dem offenen Feuer.“ Toll findet sie die Schulausflüge auf die Schwäbische Alb: „Klar, da muss ich auch wandern, aber mit den Schulkameradinnen ist es viel lustiger.“ Ihre Schwester Amelie bestätigt: „Wenn wir mit der Klasse gehen, fällt die Schule ja aus.“ Amelie genießt am liebsten die Aussicht und hat eine Lieblingsroute: zum Beurener Fels, denn von dort sieht man richtig weit ins Tal. Im Rucksack hat sie meist Regensachen dabei – aber nur bei längeren Touren in den südlichen Alpen. „Auf kürzeren Touren packen wir unsere Sachen in Papas Rucksack; den darf er tragen“, verrät sie.

Tom Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Tom Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Amelie Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Amelie Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Romy Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Romy Schmauder, Erkenbrechtsweiler
Liebhaber der Alb: Kornelia Lindh, Dieter Braun, Tom Schmauder, Romy Schmauder und Amelie Schmauder (von links).Fotos: Thomas Kr
Liebhaber der Alb: Kornelia Lindh, Dieter Braun, Tom Schmauder, Romy Schmauder und Amelie Schmauder (von links).Fotos: Thomas Krytzner
Die Alb bietet für Wanderer - wie hier beim Breitenstein - viele Möglichkeiten, die Natur zu genießen.Foto: Carsten Riedl
Die Alb bietet für Wanderer - wie hier beim Breitenstein - viele Möglichkeiten, die Natur zu genießen.Foto: Carsten Riedl