Lenninger Tal

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Menschen mit und ohne Behinderung spielen gemeinsam in Unterlenningen

Der „Inklusion auf der Spur“ waren zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Veranstaltung „Sp. OLE“ in und um die Sporthalle in Unterlenningen.

Viel auszuprobieren gab es beim Zirkusworkshop in der Unterlenninger Sporthalle. Fotos: Cornelia Wahl (oben) und Simon Deuschle
Viel auszuprobieren gab es beim Zirkusworkshop in der Unterlenninger Sporthalle. Fotos: Cornelia Wahl (oben) und Simon Deuschle

Lenningen. Buntes Treiben herrschte bei der Veranstaltung „Sp. OLE“, bei der es bei Spiel und Sport nicht nur um Spaß ging, sondern auch um das Miteinander von Menschen in ihrer Vielfalt. „Menschen mit und ohne Behinderung sollen Spiel und Spaß haben“, sagte Heike Deigendesch vom Kreisjugendring Esslingen, der in Kooperation mit der Lebenshilfe Kirchheim, dem Aktionskreis für Menschen mit und ohne Behinderung (AKB), der Bruderhaus Diakonie und dem Inklusionsforum Lenningen OLE (OLE steht für die Verbandgemeinschaft Owen, Lenningen und Erkenbrechtsweiler) eingeladen hat.

An vier Stationen konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt etwas andere Sportarten ausprobieren. Dabei kam es auf das Miteinander, die Unterstützung untereinander und auf Toleranz an. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Erleben – und erlebt hat hier jeder etwas. Alle gaben sie ihr Bestes, freuten sich über Geschafftes, Hilfestellungen, über Applaus oder strahlten einfach. Die ausgewählten Sportarten waren so gewählt, dass „sie für fast alle spielbar sind“, erklärte Heike Deigendesch.

Wie wichtig ein respektvoller Umgang miteinander ist, zeigte sich etwa beim Straßenfußball vor der Sporthalle. Jeweils vier Teilnehmer, da­runter musste ein Mädchen sein, bildeten eine Mannschaft. Eine weitere Bedingung war, dass das Mädchen ein Tor beisteuern musste. Es durfte nicht gebolzt oder beleidigt werden und vor und nach dem Spiel war das Händereichen unter den Spielteilnehmern Pflicht. Wurden die Regeln nicht eingehalten, gab es dafür keine Punkte – und ein scheinbar gewonnenes Spiel war am Ende doch verloren.

Eine andere Art des Fußballspielens fand in der Sporthalle statt: Blindenfußball. Hier galt es für Sehbehinderte und nicht Sehbehinderte gleichermaßen den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Um Ungleichheiten auszugleichen, bekamen die nicht Sehbehinderten eine Augenbinde um. Die Spieler folgten ihrem Gehör – im Ball sind Rasseln eingebaut – und ihrer Orientierung. Wer die Augen schließt und versucht sich zu orientieren, weiß, wie schwer das ist. Trotzdem boten die Aktiven den Zuschauern Spannung und Schnelligkeit. Rasant ging es auch bei einem weiteren Ballspiel zu, dem Speedplay. Mit einem Stab, an dem vorne eine Art Ball angebracht war, musste ein weiterer Ball getroffen und gegen eine Wand geschlagen werden.

Großen Anklang fand die Station Zirkusworkshop des Kinderzirkusses Teckolino. Dort konnten sich Groß und Klein in Akrobatik und Geschicklichkeit üben. Turnen an den Trapezstangen, Balancieren auf der Slackline oder einem Stahlseil, Einradfahren oder jonglieren mit Ringen galt es auszuprobieren.

Das Mitmachen wurde an jeder Station mit einem Stempel belohnt, den es auf die Hand gab. Wer drei Stempel gesammelt hatte, durfte sich ein kleines Geschenk aussuchen.

Den Abschluss der Veranstaltung machte der Kinderzirkus Teckolino. Ein weiteres Mal an diesem Nachmittag zauberte das gemeinsam Erlebte nicht nur den Kindern ein Strahlen in die Augen.

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