Lenninger Tal

Topex wächst

Spezialist für Etikettiermaschinen stellt Weichen

Die Etikettiermaschinen von Topex werden mittlerweile von Erkenbrechtsweiler in die ganze Welt geliefert – von Mexiko über Südafrika bis nach China.

Henrik Sauer

Erkenbrechtsweiler. „Chinesische Kunden aus dem Bereich Automotive sind sehr anspruchsvoll. Sie erwarten nicht nur eine Vertriebspräsenz in China, sondern einen nationalen Ansprechpartner für technische Aufgaben wie Inbetriebnahmen sowie Service- und Wartungsarbeiten“, sagt Geschäftsführer Karl Schwarz. Topex ist seit sechs Jahren im chinesischen Markt aktiv. Weil man schnell gemerkt habe, dass dies von Erkenbrechtsweiler aus nicht zufriedenstellend sichergestellt werden kann, machte man sich auf die Suche nach einem Partner. Die Firma Schmid Maschinenbau betreibe seit 2012 eine Tochtergesellschaft in Changzhou im östlichen China. Auf deren 15 Mitarbeiter dort kann künftig auch Topex für seine Maschinen und Anlagen zugreifen.

Damit seien bei Topex die Weichen für weitere Projekte in China gestellt, so Schwarz. Er kann sich Kooperationen nach diesem Vorbild auch in weiteren Ländern wie zum Beispiel in Mexiko vorstellen.

Das von Karl Schwarz gegründete Unternehmen hat vergangenes Jahr beim Umsatz die zweistellige Millionenmarke übersprungen. 54 Mitarbeiter sind mittlerweile beschäftigt, darunter fünf Auszubildende zum Mechatroniker, deren Zahl ebenfalls erhöht wurde.

Das Unternehmen entwickelt und fertigt Thermotransferdrucker, Etikettenspender und speziellen Kennzeichnungslaser. Damit lassen sich Produkte individuell kennzeichnen. Einen Schwerpunkt setzt man bei Topex auf RFID-Label, also Etiketten mit einem integrierten elektronischen Chip. „Das Etikett wird immer mehr zum Datenträger“, sagt Schwarz. RFID-Label können während des Produktionsablaufs ständig aktualisiert werden. Hier sehe man sich gerade im Hinblick auf die digitalisierte Produktion für die Zukunft gut aufgestellt.

Einen weiteren Zukunftsmarkt sieht Schwarz in Funktionsetiketten. Im Gegensatz zu Kennzeichnungsetiketten werden sie für spezielle Funktionen verwendet, wie zum Dichten oder als Oberflächenschutz. So werden zum Beispiel Schäume zur Isolation oder zur Geräuschminimierung ähnlich einem vorgefertigten Etikett auf das jeweilige Produkt geklebt. Auch hierfür hat Topex spezielle Maschinen entwickelt, die solche Funktionsetiketten auch auf komplexere Produktformen mit hoher Präzision aufbringen können.

Bei seinen Systemen zum Applizieren der Etiketten auch in schwierigen Einbau- und Umgebungssituationen setzt Topex zunehmend auch auf den Einsatz von Robotern. „Das ist oft einfacher zu handhaben, als mit den klassischen Applikationssystemen“, sagt Geschäftsführerin Karin Schwarz. Topex programmiert auch die Roboter.

Karin Schwarz, die Tochter von Firmengründer Karl Schwarz, ist seit vergangenem Jahr ebenfalls Geschäftsführerin. Zuvor war die 39-Jährige bereits acht Jahre im Unternehmen tätig. Damit seien auch hier die Weichen für die Zukunft als Familienunternehmen gestellt, sagt Karl Schwarz (68), der sich freut, sich nun des Öfteren zeitlich auch mal etwas aus der Firma zurückziehen zu können.

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