Lenninger Tal

Umfangreiche Pflanzaktionen geplant

Forst Lenningen profitiert von Förderprogramm. Sorge bereitet dem Revierleiter jedoch das Eschentriebsterben. Jeder zehnte Baum ist betroffen. Von Anke Kirsammer

Die Holzernte ist in Unterlenningen derzeit in vollem Gang. Eingeschlagen werden müssen im Lenninger Gemeindewald dieses Jahr in
Die Holzernte ist in Unterlenningen derzeit in vollem Gang. Eingeschlagen werden müssen im Lenninger Gemeindewald dieses Jahr insgesamt noch 600 Festmeter.Foto: Jean-Luc Jacques

Im Lenninger Gemeindewald gibt es im kommenden Jahr einen Aufforstungsrekord: „4 000 Pflanzen hatten wir noch nie“, sagt Forstrevierleiter Alexander Klein. Zum Vergleich: Dieses Jahr werden in Lenningen 1 800 Setzlinge gepflanzt. 2017 profitiert die Gemeinde von einem Förderprogramm, in das sie trotz der Größe von 560 Hektar Wald auf der Gemarkung aufgenommen wird.

Klein kündigt an, im Hinteren Weißen Ries in Unterlenningen 1 000 Eichen setzen zu wollen. Gepflanzt werden sollen zudem Hainbuchen und Wildkirschen. Um den Anteil an Nadelholz zu erhalten, sind an verschiedenen Standorten Pflanzungen von Fichten und Douglasien geplant. Der Förster geht davon aus, dass die Einnahmen 2017 bei 120 000 Euro liegen und der Wald einen Überschuss von knapp 14 000 Euro erwirtschaftet. Die Einschlagsmenge, die sich auf alle fünf Distrikte verteilt, beläuft sich auf rund 2 900 Festmeter. Im vergangenen Jahr brachte der Wald der Gemeinde bei einem planmäßigen Einschlag einen Gewinn von 22 000 Euro ein.

Beim Brennholz möchte der Revierleiter zurückhaltend agieren, da der Verkauf im vergangenen Winter etwas schleppend anlief. Klein erklärt das mit günstigem Heizöl und milden Temperaturen. Auch wird er die Preise für den Verkauf von Brennholz etwas niedriger ansetzen.

Witterungsbedingt laufe die Holzernte dieses Jahr sehr gut. Allerdings habe der trockene Sommer den Wald extrem gestresst. Die Bäume hätten viele Samen gebildet und seien sehr früh braun geworden. „Wir werden sehen, wie sie nächstes Jahr starten“, so Klein. Mit 25 Festmetern fiel nicht so viel Käferholz an wie befüchtet. Auch das Sturmholz hielt sich mit sechs Festmetern in Grenzen.

Größere Sorgen bereitet dem Förster das Eschentriebsterben. Wie er auf Nachfrage des Teckboten sagte, werden gemäß einer Prognose 95 Prozent der Eschen in Europa absterben. Im Lenninger Gemeindewald liegt ihr Anteil bei elf Prozent. Großkronige und freistehende Eschen sähen noch gut aus, so Klein. Jungbestände würden durch den Pilz jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus Sicherheitsgründen werden die von oben absterbenden Bäume entfernt.

Ebenfalls wegen der Verkehrssicherung hatte Klein letztes Jahr angekündigt, den Wald an der Hochwangsteige zu durchforsten. Um den Bürgern eine weitere Sperrung beziehungsweise Umleitung zu ersparen, schiebt der Revierleiter die Maßnahme. „Der Wald fällt nicht gleich um, und der Holzmarkt zieht auch nicht so. Deshalb muss man es nicht verzwingen“, so der Förster.

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