Lenninger Tal

Viel Lärm um nichts?

Das hatten sich die Anwohner der B 465 in Lenningen und Owen anders vorgestellt: Im Oktober vergangenen Jahres wurde ihnen mit dem Lärmaktionsplan in Aussicht gestellt, in nicht allzu ferner Zukunft einen Flüsterasphalt vor die Haustüren zu bekommen. Mithilfe eines Lkw-Durchfahrtsverbots sollten längerfristig ein paar Laster weniger als bisher über die Schachtdeckel donnern. Die Stellungnahmen von RP und Esslinger Straßenverkehrsamt zeigen, dass die beiden Behörden offensichtlich vor den Bitten der Anlieger die Ohren verschließen. Dass nicht sein kann, was nicht sein darf, beweist auch der Hinweis auf einen Bericht der Bundesregierung, wonach im Lenninger Tal nicht von einer zusätzlichen Belastung durch Maut-Flüchtlinge ausgegangen werden könne.

Die Kommunen haben mit dem Aufstellen des Lärmaktionsplans und der aufwendigen Bürgerbeteiligung mehr als ihre Pflicht getan. Für das Lob, das es dafür auch von höherer Stelle gab, kann sich allerdings keiner etwas kaufen. Fragen muss sich der hinzugezogene Fachplaner gefallen lassen, dessen Büro immerhin 14 000 Euro eingesteckt hat. Von ihm hätte man erwarten müssen, dass er um die 75-Kilometer-Regelung für Lkw weiß und er sagen kann, welche Beläge innerorts zulässig sind. Sich damit herauszureden, dass andere Regierungspräsidien anders entscheiden, nützt da herzlich wenig.

Wurde mit dem Lärmaktionsplan letztlich viel Lärm um nichts gemacht? Damit er nicht gänzlich ohne Echo verhallt, müssen Betroffene und die Kommunen sich nun lautstark Gehör verschaffen und sich auf die Aussagen des RP berufen, das eine mittelfristige Sanierung für geboten hält.ANKE KIRSAMMER

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