Lenninger Tal

„Viele staffierten sich neu aus“

Foto: Ingrid Klein
Foto: Ingrid Klein

Sie sind seit 29 Jahren nicht nur der Gutenberger Ortsvorsteher, sondern auch in Gutenberg aufgewachsen. Was haben die Märkte den Menschen früher bedeutet?

Dietmar Jauss: Früher gab es im Ort noch viele Betriebe. An Markttagen hatten die nachmittags immer geschlossen. Ganz Gutenberg hat sich auf dem Markt getroffen, dort gegessen, und viele haben ihre Familie komplett ausstaffiert.

Wann haben die Märkte ihre Anziehungskraft verloren?

Jauss: Immer mehr Gutenberger gingen ab den 1970er-Jahren außerhalb des Orts zur Schule und zur Arbeit. Unter der Woche war es deshalb für viele schwierig oder gar unmöglich, den Halbtagesmarkt zu besuchen.

Wie kam der Ortschaftsrat auf die Idee, den Frühjahrsmarkt mit einem Biosphärenmarkt zu koppeln?

Gutenberg besitzt seit 1620 das Marktrecht für den Herbstmarkt und seit 1773 für den Frühjahrsmarkt. Wir haben uns überlegt, wie wir zumindest einen Markt beleben und erhalten können und uns für den Frühjahrsmarkt entschieden. Er wurde auf den Samstag gelegt. Weil die Gutenberger Markung sogar eine Kernzone im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausweist, dachten wir, ein Biosphärenmarkt würde dazu wunderbar passen und vielleicht auch Besucher von außerhalb anlocken. Darüber hinaus wollten wir, ergänzend zum üblichen Krämermarkt, vor allem den regionalen Anbietern aus Gutenberg und dem Lenninger Tal eine Werbe- und Verkaufsfläche bieten.ank

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