Lenninger Tal

Wasser bringt Hang ins Rutschen

Wetter Der Starkregen der vergangenen Tage lässt die Bäche anschwellen und überflutet Wiesen im Lenninger Tal. Auf der Autobahn sorgen Schneefälle und glatte Straßen für Unfälle. Von Anke Kirsammer

Neben dem Radweg zwischen Oberlenningen und Gutenberg ist der Hang abgebrochen. Wasser hatte die Erde am Dienstagvormittag samt
Neben dem Radweg zwischen Oberlenningen und Gutenberg ist der Hang abgebrochen. Wasser hatte die Erde am Dienstagvormittag samt Büschen und einem stattlichen Baum weggerissen. Der Weg bleibt vorerst gesperrt. Foto: Jean-Luc Jacques

Die starken Regenfälle in den vergangenen Tagen haben zwischen Oberlenningen und Gutenberg im Gewann „Rinne“ eine Kraterlandschaft hinterlassen. Dabei wurden auch stattliche Bäume und Büsche weggerissen und der Radweg auf einer Länge von rund 30 Metern mit Schlamm überzogen. Mit schwerem Gerät musste der Bauhof anrücken, um den Dreck abzubaggern. Den Erdrutsch hatte ein Bürger am Dienstagvormittag bemerkt. „Um 8 Uhr waren wir zu einer Kontrollfahrt dort“, sagt der stellvertretende Bauhofleiter, Jochen Klass. Da war noch alles in Ordnung.

Weil es in der Nacht von Sonntag auf Montag bereits unablässig geschüttet hatte, hatten die Bediensteten alle Hände voll zu tun, um die Rechen an den Bächen von Ästen und Laub zu befreien. „Schlattstall und Gutenberg verkraften nicht mehr viel“, sagt Bürgermeister Michael Schlecht, der hofft, dass die Regengüsse tatsächlich vorbei sind. Denn noch immer drückt das Wasser aus den Hängen. Im Talschluss stehen Wiesen unter Wasser. Gestern war der Donntalbach randvoll. „Land unter“ hieß es an der B 465 vor Gutenberg. „Man sieht, dass die Überflutungsflächen ihren Sinn haben“, betont der Rathauschef.

Die Bürger kamen offensichtlich glimpflich davon: „Keller sind nicht vollgelaufen“, so der Kommandant der Lenninger Feuerwehr, Michael Eberle. „Wir mussten nicht ausrücken. Der Bauhof macht gute Arbeit.“ Obwohl die Prävention auch Geld verschlingt, will Michael Schlecht nicht darauf verzichten. Wenn alles volllaufe, werde es deutlich teurer. „Bislang hatte der Bauhof keinen klassischen Winterdienst, dafür aber jetzt durch das Wasser zu tun.“ Bis sich die Lage am Dienstagabend entspannte, waren die Mitarbeiter 36 Stunden im Einsatz.

Während die Schneeschauer im Tal für einen kurzen Wintereinbruch sorgten, gab es am Dienstagnachmittag auf der Schwäbischen Alb heftige Schneefälle. Innerhalb kürzester Zeit wurden Autobahnabschnitte zwischen Aichelberg und Mühlhausen sowie zwischen Hohenstadt und Aichelberg vollständig lahmgelegt. Wegen Schneeglätte kamen Autos und Lastwagen ins Rutschen. Nach mehreren Unfällen war die A 8 zeitweise voll gesperrt. Der Verkehr staute sich bis zu 17 Kilometer.

Anzeige