Lenninger Tal

Wasserverlust ist weiterhin hoch

Trinkwasser Bei einem einzigen Rohrbruch in Owen ging auf einen Schlag eine große Menge verloren.

Symbolbild

Owen. „Über den großen Wasserverlust bin ich erneut erschrocken, das ist ja noch mehr geworden als 2018. Über 50 000 Liter - das ist eine Wahnsinnszahl. Das ist Trinkwasser, das wir verlieren“, erklärte Sibylle Schmid-Raichle, nachdem Kämmerin Manuela Scheerer den Jahresabschluss 2019 für die städtische Wasserversorgung in Owen in der jüngsten Gemeinderatssitzung präsentiert hatte. Die 50 000 Liter bedeuten 26 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs im vergangenen Jahr. Allerdings war der Verlust schon deutlich höher: 62 000 Liter im Jahr 2009.

„Ist unser Wassernetz so marode?“, hakte Sibylle Schmid-Raichle nach. Die Antwort von Bürgermeisterin Verena Grötzinger: „Es stellt sich die Frage, wie viel Geld und Energie wir in die schnelle Suche nach dem Leck stecken.“ Der Verlust reduziert sich deutlich, je schneller ein Rohrbruch entdeckt wird. Schnell bedeutet in dem Fall aber auch höhere Ausgaben - und die müssten wiederum auf die Gebühren umgelegt werden. „Wir sind auch nicht glücklich und zufrieden mit dieser Zahl - aber immerhin entsteht hier im Gegensatz zum Abwasser kein Schaden für die Umwelt, und die Qualität des Trinkwassers leidet nicht“, sagte die Stadtchefin. Außer Diskussion steht für sie aber auch, dass sich die Verluste verringern müssen. „Wir sollten in einer Sondersitzung intensiv über diese Thematik reden“, schlug Verena Grötzinger vor.

Sibylle Schmid-Raichle wollte zudem wissen, ob es im Wassernetz einen Schwerpunkt für die Verluste gibt. „Es war an erster Stelle ein Rohrbruch. Auf einen Schlag ging eine riesige Wassermenge raus“, erklärte die Bürgermeisterin. Sie konnte aber auch Positives berichten: „Im ersten Halbjahr 2020 haben wir bessere Werte.“ Das ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass kleinteiligere Netz-Regionen gebildet wurden, um eben schneller ein Loch eingrenzen zu können.

Der Anteil an Eigenwasser interessierte Ulrich Raichle. „In einem Normaljahr ist es etwa die Hälfte. Ohne Fremdwasser geht es nicht - aber das ist eine gute Mischung“, sagte Verena Grötzinger. Völlig entspannt ist Thomas Rabel bezüglich des Verlusts: „Ich sehe das gar nicht so dramatisch, wenn man sieht, was wir in der Kläranlage dank der Modernisierung eingespart haben - das muss man in Relation sehen.“ Iris Häfner

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