Weilheim und Umgebung

32-Jähriger stirbt bei Traktorunglück

Unfall In Neidlingen ist ein Traktorfahrer von seinem umgestürzten Fahrzeug eingeklemmt worden und hat sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen. Von Andreas Volz

Rechts im Bild ist der Heuwender zu erkennen, mit dem ein 32-Jähriger am Dienstagabend in Neidlingen gearbeitet hatte. Auf dem a
Rechts im Bild ist der Heuwender zu erkennen, mit dem ein 32-Jähriger am Dienstagabend in Neidlingen gearbeitet hatte. Auf dem abschüssigen
Gelände kippte sein Traktor. Der Mann wurde unter dem Fahrzeug eingeklemmt und zog sich tödliche Verletzungen zu. Foto: SDMG

Fassungslosigkeit herrscht in ganz Neidlingen. Der Auslöser eines großen Rettungseinsatzes, der am Dienstagabend für niemanden in der Reußensteingemeinde zu überhören war, sollte sich schon bald als furchtbares Unglück erweisen: Ein 32-Jähriger war von seinem umgestürzten Traktor so eingeklemmt worden, dass jeder Rettungsversuch vergebens war. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

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Kurz und sachlich informiert die Pressestelle der Polizei in Reutlingen darüber, was sich im Gewann „Hassen“ - auf der rechten Seite kurz nach dem Ortsausgang in Richtung Wiesensteig - abgespielt haben muss: „Auf einer heimischen Obstwiese geriet der Traktorfahrer mit seinem angehängten Heuwender an einem Hang ins Rutschen, worauf der Traktor umkippte. Unglücklicherweise wurde der Fahrer dabei eingeklemmt und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Der durch Familienangehörige verständigte Rettungsdienst konnte nur noch den Tod feststellen.“

"Er war gerade dabei, Heu zu wenden"

Etwas detaillierter schildert Neidlingens Bürgermeister Klaus Däschler auf telefonische Nachfrage des Teckboten, wie sich der Unfall aus seiner Sicht ereignet haben muss: „Er war gerade dabei, Heu zu wenden, mit einem älteren Traktor. Am Traktor war wohl leider kein Bügel angebracht.“ Beim Einsatz auf Streuobstwiesen sei es nicht unüblich, auf den Bügel, der der Sicherheit dienen soll, zu verzichten. So komme man besser unter den Bäumen durch.

„Als das Fahrzeug gekippt ist, wollte er wohl noch runterspringen.“ Er sei aber nicht mehr aus der Gefahrenzone weggekommen, sodass ihn der Traktor, der sich auf dem abschüssigen Gelände überschlagen hatte, schließlich einklemmte und tödlich verletzte. Den 32-Jährigen bezeichnet Klaus Däschler als „sehr erfahren“. Den Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen und deren Einsatz auf Streuobstwiesen habe er von klein auf kennengelernt.

Auch mit den Maschinen, die zu seiner Rettung anrückten, kannte er sich als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr bestens aus. Die Feuerwehr hatte am Dienstag also die schwierige Aufgabe, den Traktor aufzurichten, sodass ihr eigener Kamerad anschließend tot geborgen werden konnte. Sogar sein Piepser war noch an, mit dem er - wie alle anderen auch - gegen 18.25 Uhr hätte alarmiert werden sollen. Noch einen weiteren Punkt, der ihn schwer erschüttert, erwähnt Klaus Däschler: „Der eigene Vater hat den Verunglückten entdeckt. Schlimmer geht es eigentlich nicht.“

Psychologische Betreuung

Zur psychologischen Betreuung sei Pfarrerin Ute Stolz gerufen worden. Um die Rettungskräfte kümmerte sich der entsprechende Nachsorgedienst des Deutschen Roten Kreuzes. Klaus Däschler selbst war bis weit in die Nacht hinein im Feuerwehrmagazin. „Aus meinem früheren Berufsleben sind mir solche schrecklichen Ereignisse vertraut“, deutet der einstige Polizeibeamte an.

Die Betroffenheit im Ort sei ungeheuer groß: „Das ist alles ganz furchtbar.“ Recht schnell hat man in anderer Beziehung bereits reagiert: Aus Pietätsgründen haben die Veranstalter das Neidlinger Oldtimerfest kurzfristig abgesagt. Am kommenden Sonntag, 27. August, wäre der Termin gewesen. Aber weder den Oldtimerfreunden noch sonst irgendjemandem wäre da nach Feiern zumute.