Weilheim und Umgebung

Am Rennsteig und um Leipzig

Die Radlergruppe der Weilheimer Handballer erlebten drei tolle Tage

Die Radlergruppe der Weilheimer Handballer haben zwischen Rennsteig und Leipzig drei tolle Tage erlebt. Es bleiben viele schöne Erinnerungen.

Die Weilheimer Ausflügler am Markkleeberger See.Foto: pr
Die Weilheimer Ausflügler am Markkleeberger See.Foto: pr

Weilheim. Der Bus hielt am Dorf Allzunah am Rennsteig an einem großen Wanderparkplatz. Nach einer kurzen Stärkung startete Gerhard Schrägle mit der Abfahrt das Radelwochenende. Auf dem sehr gut ausgeschilderten Illmtalradweg hi­nunter nach Illmenau, waren zehn Kilometer Bremsentest angesagt.

Die wenigen Bewohner in den Vorgärten und am Straßenrand staunten über die große Radlergruppe. Alle waren in rote Trikots gehüllt, gesponsert von Andrade und Sigel und Omnibus Fischer. Auf eine so große Gruppe war auch der Chef in einer der wenigen Bratwurstbuden direkt am Radweg nicht vorbereitet. Dank einer personellen Verstärkung gelang es aber, den Durst der Radler zu stillen und die Holzkohle im Grill zum Glühen zu bringen. Mit einer Thüringer Wurst und Bier wurden die Ausflügler für das Warten belohnt.

Dann radelten sie weiter vorbei an Burgen, Schlössern und einer Straußenfarm der Zweiburgenstadt Kranichfeld entgegen. Die ersten Räder wurden verladen, und die Eisbecher schmeckten lecker. Nach weiteren, hügeligen 20 Kilometern bei Bad Berka mussten auch die restlichen Drahtesel in den Hänger.

Nach einigen Umleitungen auf Landstraßen und Autobahn erreichten die Radler ihr Hotel in Markkleeberg. Gemütlich mit Buffet und Biergarten ging der Tag zu Ende.

Bereits um 9 Uhr am nächsten Tag begann die Seenrunde. Bei Kaiserwetter radelten die Ausflügler auf neuen Radwegen die Neuseenland-Radroute im ehemaligen Bergbaugebiet. Die riesigen Schaufelbagger für den Braunkohleabbau sind im Museum noch zu bestaunen. Der Zwenkauer See ist die größte, wieder mit Grundwasser gefüllte Baugrube. Das schwimmende Kirchlein im Störmthaler See erinnert an die 20  Gemeinden, die dem Braunkohleabbau zum Opfer fielen.

Vorbei an der Marina, am neu erbauten Wildwasserkanal und nach einer kurzen Abkühlung im See radelten die Ausflügler zurück ins Hotel.

Dann ging es mit der S-Bahn zum „Drallewatsch“ auf das Stadtfest nach Leipzig. Auf den größeren Plätzen der Altstadt, an der Nikolaikirche, Thomaskirche und am alten Rathaus spielten Kapellen anlässlich 1 000 Jahre Leipzig.

Bei der nächtlichen Stadtführung erfuhr man viel von früher, von Kaufleuten und Handelswegen. Der Mittelpunkt war Leipzig. So entstand eine Hochburg der Kaufleute und Studierenden. Einige Namen der Einkaufspassagen erinnern heute noch an diese Zeit. Die hohen Hallen in der Altstadt waren früher die Lager, und im Keller wurde gefeiert. Im Auerbach-Keller in der Mädler-Passage war auch der Student Goethe oft anzutreffen.

Leipzigs älteste kulturelle Einrichtung ist der 800 Jahre alte Thomanerchor mit dem berühmten Kantor Johann Sebastian Bach. Zu größeren Anlässen begleitet der Chor heute noch in der Thomaskirche den Gottesdienst. An der Handelsbörse mit dem Goethedenkmal endete der Rundgang. Es blieb noch etwas Zeit, um ein wenig mitzufeiern.

Am letzten Tag besuchten die Weilheimer mit dem Rädle das Völkerschlachtdenkmal. Das über 200 Jahre alte Gebäude erinnert an die entscheidende Schlacht gegen Napoleon im Oktober 1813. Zum Jubiläum 2013 wurde der Sandsteinbau gereinigt und das Monument im Innern modernisiert.

Die letzte Strecke über Wachau und Störmthal zum Mulderadweg lag vor den Ausflüglern. Auf Wald- und Wiesenwegen strampelten sie auf dem Dreiflügelweg ins Naturschutzgebiet zu den Kiesgrubenseen. Im Grillensee kühlten sie sich ab. Weiter ging es „emmer eeba“ nach Naunhof in die Goethestraße. Dort steht heute noch sein Geburtshaus.

An der Molde angekommen, stand der Bus schon einladebereit am Fährhaus. Dreimal musste der Fährmann seine kleine Schale über den Fluss lenken, bis die ganze Gruppe, drei Tage ohne Sturz und Panne, die Heimreise antrat.

Ein rundum gelungenes Radlerwochenende von Thüringen in die größte Stadt Sachsens, Leipzig, mit vielen tollen und bleibenden Erinnerungen ging zu Ende. pm

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