Weilheim und Umgebung

Breitband nimmt auch letzte Hürde

Infrastruktur Holzmaden kann Kosten für Trasse des neuen Glasfaserkabels senken. Gemeinderat gibt grünes Licht.

Der Breistbandausbau macht Fortschritte. Foto: Markus Brändli
Der Breistbandausbau macht Fortschritte. Foto: Markus Brändli

Holzmaden. Dass der lang geplante Breitband-Ausbau in Holzmaden Wirklichkeit wird, ist derzeit für jedermann an den aufgerissenen Straßen des Ortes zu erkennen. „Aber die Bauarbeiten kommen schnell voran, zwischen 50 und 100 Meter pro Tag“, sagt Bürgermeisterin Susanne Irion. Dennoch weiß auch sie, dass die Geduld der Anwohner gerade arg strapaziert wird, zumal auch die Baustelle in der Rainstraße noch nicht abgeschlossen ist.

Baukosten waren gestiegen

Doch die offenen Gräben bringen auch Gutes, vor allem ein schnelles Internet. Der Gemeinderat hat jetzt auch sein letztes „Go“ für die Auftragsvergabe vergeben. Ein großes Fragezeichen stand noch hinter den Baukosten in den ungeförderten Bereichen, also dort wo die bisherige Internetversorung schnell genug ist und Bund und Land keine Gelder zuschießen. Jeder Haushalt, der sich in diesen Gebieten an das neue Glasfasernetz anschließen lässt, bekommt zwar 15 Prozent Zuschuss von der Gemeinde, muss die letzten 85 Prozent der Anschlusskos- ten aber selbst tragen.

Für die Gemeinde hatte sich in diesen Bereichen eine erhebliche Kostensteigerung im Vergleich zu den Planungen im Juli 2019 ergeben, weil man ursprünglich von 145 Haushalten ausgegangen war, tatsächlich aber 214 in Frage kommen und die Trasse für das Kabel statt 830 Meter nun 1,5 Kilometer lang wird. Das sorgte für reichlich Diskussionsbedarf im Gemeindegremium und verhinderte einen Beschluss in früheren Sitzungen. Die Bedenken sind nun in der jüngsten Mai-Sitzung aber ausgeräumt worden.

160 000 Euro gespart

Denn durch Verhandlungen mit den beteiligten Unternehmen und einer geschickten Verteilung der „Grabenanteile“ unter die beteiligten Unternehmen wie Telekom, Strom- und Gasversorger, welche die Trasse für ihre Infrastruktur mitnutzen, wurden die Kosten um 160 000 Euro gesenkt. Damit zeigte sich dann auch der Gemeinderat zufrieden und stimmte einstimmig dafür.

Die Netto-Baukosten für den Breitbandausbau in Holzmaden belaufen sich nun auf insgesamt 2,59 Millionen Euro, von denen Bund und Land 1,84 Millionen Euro zuschießen. Die verbliebenen 753 500 Euro konnte die Gemeine nun auf 588 000 Euro senken. Diese gliedern sich wiederum in 200 000 Euro für die geförderten Bereiche mit dem bisherigen „lahmen“ Internet und 388 000 Euro für die ungeförderten Bereiche. Als ungenügend gilt nach aktuellem Stand eine Internetverbindung mit einer Download-Geschwindigkeit mit weniger als 30 Mbit pro Sekunde. Thomas Zapp

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