Weilheim und Umgebung

Bürgermeister blieb ohne Konkurrenz

Kandidatenvorstellung Jochen Reutter will Hattenhofen qualitätsvoll weiterentwickeln.

Jochen Reutter Foto: Ehrcke
Jochen Reutter Foto: Ehrcke

Hattenhofen. „Ist er hier?“ - Die Frage des stellvertretenden Bürgermeisters von Hattenhofen, Steffen Berroth, geht ins Leere. Samuel Speitelsbach aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, zweiter Bewerber bei der Bürgermeisterwahl in Hattenhofen am 13. Oktober und Kandidat auch andernorts, ist nicht gekommen. Amtsinhaber Jochen Reutter hat das Feld für sich und legt los. In 15 Minuten Redezeit hat er den gut 50 Zuhörern viel zu sagen. Er lebe gerne hier, die Arbeit mache er nach wie vor mit Herzblut, er freue sich über das gute Miteinander mit dem Gemeinderat und der engagierten Bürgerschaft, die im ehrenamtlichen Bereich unglaublich viel auf die Beine stelle. Mit ihnen wolle er in den nächsten acht Jahren, die hoffentlich so gut würden wie die vorangegangenen, Bewährtes weiterentwickeln und Neues anpacken. Empfehlen konnte er sich mit der Arbeit aus 24 Jahren in Hattenhofen und 30 Jahren kommunalpolitischer Erfahrung - er war auch sechs Jahre Gemeinderat in Wernau.

Die Bürgerbefragung von 2017 habe in der Summe ein hervorragendes Ergebnis gebracht, sagt Reutter. Das ist auch ein Stichwort für Neues. Mit Bürgerbeteiligung soll ein Entwicklungskonzept Zukunft Hattenhofen erarbeitet werden und die Frage beantworten: „Wo wollen wir hin.“ Weiterführen will der 55-Jährige die Vorreiterrolle seiner Gemeinde beim Klimaschutz.

Es sei gelungen, die Einwohnerzahl von 3000 zu halten, sagt Reutter. Er will weiterhin innerörtliche Baulücken schließen, wie gehabt mit der kommunalen Wohnbau, die einzigartig sei für eine Gemeinde dieser Größenordnung.

Den Ortskern will Reutter weiter stärken, eine qualitätsvolle Mitte soll es sein. Die Gemeinde habe die „Krone“ erworben und damit diese Gastronomie gesichert. Es gebe den Bäcker, den Metzger, Apotheke und Arzt. Aber die Banken haben ihre Filialen geschlossen, nur noch Selbstbedienungs-Automaten sind da. Reutter möchte beiden Banken schmackhaft machen, wieder mit Filialen und Personal präsent zu sein und setzt dazu auf eine Poststelle, die die Gemeinde selber betreibt. Weitere Idee für die Ortsmitte: ein Generationenpark.

Die Mensa des Kindergartens stoße an die Kapazitätsgrenze, da müsse man was tun, sagt der Schultes. Bei den Sportplätzen stellt sich Reutter die Frage nach einem Kunstrasenplatz, der ökologisch unbedenklich sein müsste. Die Finanzen: Die vergangenen acht Jahre sei es stetig aufwärts gegangen, so Reutter, „das habe ich noch nicht erlebt“. Die Gemeinde hat Rücklagen von 2,7 Millionen Euro.

Die Tempo-30-Zone in der Hauptstraße wollte Reutter schon vor Jahren erweitern. Im Gemeinderat drang er damit nicht durch. Jetzt kann er sich das erneut vorstellen. Rückenwind für dieses Projekt bekam er bei der Fragerunde der Bürger. Jürgen Schäfer

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