Weilheim und Umgebung

Das Gröbste ist geschafft

Sanierung Bauarbeiter setzen bis in den Oktober hinein Durchlässe für Bäche und Tiere entlang der Straße zwischen Schlierbach und Ohmden. Der Wiederöffnungstermin 20. Dezember scheint realistisch. Von Tobias Flegel

Zwei Drittel der Tragschicht aus Schotter ist eingebracht.Foto: Jean-Luc Jacques
Zwei Drittel der Tragschicht aus Schotter ist eingebracht.Foto: Jean-Luc Jacques

Nachdem die Sanierung der Straße zwischen Schlierbach und Ohmden um ein Jahr wegen fehlender Gutachten aufgeschoben werden musste, kommt die Erneuerung im zweiten Anlauf wie vorgesehen voran. „Aus dem Gröbsten sind wir raus“, sagt Harald Stephan vom Straßenbauamt der Kreise Esslingen und Göppingen. Gebe es im November keinen Wintereinbruch oder sei es nicht zu nass, könne die Straße wie geplant am 20. Dezember für den Verkehr freigegeben werden.

Dem Projektleiter zufolge ist der Unterbau für die Straße sowie den neuen Geh- und Radweg daneben auf dem Gebiet des Kreises Göppingen weitgehend fertiggestellt. Von Schlierbach bis zum Ende des Waldes hat der Bautrupp die Tragschicht aus Schotter zu zwei Dritteln aufgetragen. Diese Arbeit steht im angrenzenden Abschnitt auf dem Gebiet des Kreises Esslingen noch aus. Die Straße soll bis zum Kreisverkehr vor dem Orts- eingang von Ohmden saniert werden.

Kurze Zeit der Ruhe

Doch bevor die Arbeiter den Unterbau der alten Straße ab- und einen neuen auftragen, kehrt vorübergehend Ruhe ein auf der Baustelle. „Derzeit wird ein neuer Durchlass für den Schlierbach erstellt“, sagt Stephan. Das Bauwerk habe die Form eines nach unten offenen Kastens aus Beton, über den später eine Brücke führt. Eine ähnliche Dole bekommt in diesen Tagen auch der Aubach. „Solange diese Bauwerke gebaut werden, kann man auf der Baustelle nicht fahren und keinen Schotter einbringen“, erklärt der Projektleiter. Der Beton brauche etwa zwei Wochen, bis er vollständig trocken sei. Neben den zwei Bächen bekommen Tiere eigene Durchlässe. „Im Waldbereich werden mehrere Querungen für Amphibien erstellt“, sagt Stephan.

Insgesamt drei U-förmige Fertigmodule aus Beton ermöglichen künftig Fröschen, Kröten und anderen Lebewesen, sicher auf die andere Straßenseite zu gelangen. Absperrungen entlang der Straße sollen die Tiere zu den Durchlässen führen und verhindern, dass sie auf die Fahrbahn gelangen. Nach dem Einbau der Schlupflöcher für Amphibien geht es im Oktober mit den Erdarbeiten zwischen dem Wald und Ohmden weiter. Die Bauarbeiter entfernen den Unterbau der alten Straße bis zum Kreisverkehr vor Ohmden, bereiten den vorhandenen Boden auf und bringen wiederaufbereiteten Schotter auf dem letzten Abschnitt aus. Haben die Männer die zur Entwässerung vorgesehenen Schächte und Gräben eingebaut und angelegt, bringen sie den Unterbau auf eine einheitliche Höhe und schließlich die Oberschicht aus Asphalt auf. In dieser Phase der Sanierung erreichen Besucher den Lindenhof über eine provisorische Zufahrt, kündigt Harald Stephan an.

Vollständig abgeschlossen ist das Vorhaben aber vielleicht auch nach der im Dezember vorgesehenen Freigabe für den Autoverkehr noch nicht. Dem Projektleiter zufolge müssen die Arbeiter den Radweg neben der Fahrbahn möglicherweise noch fertigstellen. Diese, von Radlern lang ersehnte und zweieinhalb Meter breite Bahn, gab es bislang nicht und soll durch einen Grünstreifen von der Straße getrennt sein.

Nach Angaben des Straßenbauamts ist der neue Weg ein „wichtiger Mosaikstein“ in der Radverkehrskonzeption der Kreise Esslingen und Göppingen, der Schlierbach und Ohmden an das bestehende Wegenetz anschließt. Um die neue, separate Bahn für Radler und Fußgänger anlegen zu können, rodeten Arbeiter im Februar in manchen Abschnitten den Wald auf einer Breite von bis zu 20 Metern.

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