Weilheim und Umgebung

Der eigene Käse braucht Geduld und Muskelkraft

Ziegelhütte Beim Hoffest erfahren die Besucher, wie aus Milch Käse wird und wie viel ein Ei wiegt.

Viele nutzten den sonnigen Sonntag für einen Ausflug zum Hoffest der Ziegelhütte.Foto: Tamara Kandler
Viele nutzten den sonnigen Sonntag für einen Ausflug zum Hoffest der Ziegelhütte. Foto: Tamara Kandler

Bissingen. „Das wird ein bisschen dauern“, warnt Johanna Ransiek, während sich Schaulustige auf dem Hoffest der Ziegelhütte um sie scharen. Die ehemalige Auszubildende von dem Hof Ziegelhütte zeigt an diesem warmen Sonntag, wie Käse hergestellt wird. Der Prozess von der Milch zum fertigen Frischkäse dauere gut zwei Stunden, erklärt sie - wer also die Möglichkeit nutzen will, seinen eigenen Käse herzustellen, sollte Zeit mitgebracht haben. Hier auf dem Hof Ziegelhütte zwischen grasenden Kühen, Eseln und werkelnden Kindern herrscht keine Hektik. Die Besucher des Fests, von denen viele eine Rast von Wanderungen oder Radtouren eingelegt haben, schlendern entspannt durch die Stände mit bunter Kleidung, ausgewählten Lebensmitteln und Deko-Artikeln.

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Die Besucher, die genügend Zeit mitgebracht haben, beobachten nun, wie gut 40 Liter Milch beherzt in den riesigen Topf gegossen werden. Aus zehn Litern Milch ergeben sich etwa ein Kilogramm Käse. Johanna Ransiek erwärmt die Milch und fügt ihr Joghurt hinzu. Anschließend dürfen die Zuschauer kräftig rühren. „Gute zehn Minuten“, erklärt Ransiek und erntet einen belustigt bis ungläubigen Blick ihres Helfers. Nachdem die Milch anschließend noch mal erwärmt wird, kommt noch Lab dazu. Daraufhin muss das Gemisch erst einmal ruhen. Währenddessen können die Zuschauer weiter über das Fest schlendern und den Hof erkunden.

Kinder drehen Seile, reiten auf Eseln und schnitzen auf der Ziehbank. Andere probieren sich am Hofquiz und rätseln, wie viel ein Ei wiegt oder pumpen kräftig am Melksimulator, um möglichst viel Wasser zu „melken“. Dazwischen werden frisches Lammfleisch, Biosphärenhonig und Hagebuttenpulver geboten.

Währenddessen wird an der Käsestation die relativ fest gewordene Gallerte sorgfältig in Stücke geschnitten und wieder gerührt. Schließlich können die einzelnen Käsestücke herausgezogen werden. Die Käseherstellung, die Johanna Ransiek im Rahmen der landesweiten Aktion „Gläserne Produktion“ vorführt, ist bewusst einfach gehalten. Bei der richtigen Produktion des Albkäses in der Demeter-Käserei sind noch viele weitere Geräte beteiligt, erklärt Johanna Ransiek. Außerdem dauert der Prozess noch einmal viel länger als der des Frischkäses. „Und natürlich herrschen strengere Hygienevorschriften als hier“, lacht sie. „Aber wir wollen hier einfach nur zeigen, wie aus Milch Käse wird.“ Und wenn die Besucher nun endlich ihren selbst hergestellten Frischkäse genießen können, zeigt sich: Was lange währt, wird eben endlich gut. Tamara Kandler